Blogger schenken Lesefreude – dreimal gleich.


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Super Aktion und ein guter Anlass, mein Buch “Hinterm Stall die Blumen – Landfrauen und ihre Gärten” mal wieder gründlich unter die Leute zu schmeißen! Danke, lieber Ulmer-Verlag, fürs Gewinnstiften.

Also, wer eins der Bücher gewinnen möchte, schreibt bitte einen Kommentar unter diesen Blogartikel. Bitte, keinen Kommentar auf Facebook oder sonstwo hin, ich verteile nur an Kommentatoren hier im Blog.

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Ich möchte gerne wissen: Welches Gemüse oder Obst würdet ihr gerne anbauen oder habt ihr schon mal angebaut? Wo habt ihr das gemacht (Garten, Balkon, Blumentopf). Und: was wurde hinterher draus, also wie habt ihr dieses Gemüse oder Obst verarbeitet?

Beispiel:
1. Grünkohl
2. in einem alten Stiefel
3. weltbester Grünkohlauflauf.

Natürlich könnt ihr das auch ausformulieren:
“Ich habe einmal Grünkohl in einem alten Stiefel angepflanzt. Das ergab einen weltbesten Grünkohlauflauf.”

Oder ein Foto schicken. Oder, oder, oder…

Alle sinnvollen Kommentare nehmen an der Buchverlosung teil. Teilnahmeschluss ist am 29.5. Die drei Gewinner lose ich einen Tag später aus. Jede oder jeder erhält ein Exemplar mit Widmung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen :)

Ich hoffe alles ist glasklar?

Hier kann man schon mal reinlesen. Und hier geht es zu weiteren Blogs und ihren Aktionen.

Viel Spaß und viel Glück! Ich freue mich auf viele spannende Antworten.

(P.S. Wenn mir eine Antwort besonders gut gefällt, veröffentliche ich sie evt. auf Facebook, Twitter oder Google+. Solltet ihr das nicht wollen, schreibt es bitte dazu. Danke.)

22. April 2014 von Britta Freith
Kategorien: Gartenbuch, Gewinnen | 19 Kommentare

“torial” und die wichtigsten User

torial schreibt mir also:

“Hallo Britta!
Wir befragen unsere Besten! Du gehörst zu den besonders aktiven Nutzern und deine Mitarbeit ist sehr wichtig für uns.”

Ich war zuletzt vor 4 Monaten da. Frage mich, wie es um diese Plattform bestellt sein mag.

14. April 2014 von Britta Freith
Kategorien: Arbeitsalltag, Medien | Schreibe einen Kommentar

U-Bahn-Haltestelle Wandsbek-Gartenstadt, 8:30

Ich sitze in der U-Bahn, um mich herum 14 Menschen. vier lesen ein Buch, zwei den Spiegel, zwei die Süddeutsche, zwei auf ihrem Handy, zwei im Tablet. Zwei gucken aus dem Fenster. Es kann um diese Nation nicht so schlecht bestellt sein.

08. April 2014 von Britta Freith
Kategorien: In der U-Bahn | Schreibe einen Kommentar

Sirup aus Blüten der Zierjohannisbeere

Im Grunde gibt es kaum einen Busch, den ich überflüssiger finde, als die Zier- oder Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum). Ja, er sieht schön aus. Und ich muss zugeben, er ist eine hervorragende Bienen- und generell Insektenweide im Frühjahr. Aber jeden Herbst ärgere ich mich darüber, dass nur ein paar mäkelige Beeren dranhängen, mit denen ich so gar nichts anfangen kann. Viel lieber hätte ich den Garten voll von schwarzen Johannisbeeren, das wäre doch viel sinnvoller.

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Ein weiterer Vorteil dieses Busches allerdings: Er duftet so gut! Natürlich nach Johannisbeeren, der alte Betrüger. Also habe ich überlegt, wie ich ihm dieses Aroma abtrotzen kann – und kam auf Sirup. Da auch diese Johannisbeere als Stachelbeergewächs ungiftig ist, spricht nichts dagegen. Also habe ich mir das Siruprezept von Marianne Tschumi aus meinem Buch gegriffen und es für die Blüten der Blutjohannisbeere abgewandelt.

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Leider habe ich nur eine hellrosa Sorte im Garten. Dunkelrosa wäre natürlich spektakulärer. Aber ich glaube kaum, dass meine Nachbarin einwilligt, dass ich ihren schönen Busch plündere. Und immerhin habe ich 200g Blüten zusammengeklaubt. Eine ganz schön klebrige Angelegenheit übrigens, hätte ich nicht gedacht. Die Blüten habe ich mit 5 Litern Wasser aufgefüllt.

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Dann ab in die Sonne damit. Eigentlich für zwei Tage, aber bei mir standen sie drei – sahen nach dem Abgießen aber noch aus wie neu. Also die Blüten, nicht das Wasser, das war trüb. Wahrscheinlich sind sie als Frühjahrsblüten robust und feuchten Kummer gewohnt. Zugegeben, sie sind etwas blasser geworden und nahmen nicht mehr ganz so viel Volumen ein, aber dennoch.

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Leider ist kaum etwas von der rosa Farbe ins Wasser übergegangen. Ob das bei dunklen Blüten anders gewesen wäre? Den Geruch fand ich, ehrlich gesagt, auch nicht so prickelnd. Fast eine Nuance faulig. Aber das könnte auch der dritte Tag gewesen sein? Dagegen spricht allerdings, dass die Blüten kein bisschen weich oder gar matschig waren. Jedenfalls habe ich zunächst nur 2 Liter Flüssigkeit verkocht: Blüten absieben, zwei Liter Flüssigkeit plus 2 Kilo Zucker, aufkochen, Zitronensäure dazu, fertig. Während des Kochens verflog auch der komische Geruch und der Sirup wurde viel klarer.

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Die kritische Familie hat getestet und fand den Sirup richtig prima. Ich habe mehr erwartet, mehr Johannisbeere. Aber da alle so begeistert waren, habe ich den Rest auch noch gekocht und er wird weggehen – fraglos. Und bis zum Holunderblütensirup habe ich wieder freie Flaschen.

Mehr Details zur Zierjohannisbeere.

03. April 2014 von Britta Freith
Kategorien: Garten, Gartenbuch, Rezept | Schreibe einen Kommentar

Rechtschreibung und Botschaft – eine Überlegung

Wibke hat mit dem ihr eigenen Sinn und Verstand einen Artikel im Feuilleton der FAZ über den Sprachnotstand an Unis gelesen und darüber gebloggt. Sie fragt dabei auch nach den Gedanken anderer Textmenschen zum Thema Rechtschreibung und Sprache. Hier sind meine.

Mein Verhältnis zur deutschen Rechtschreibung ist älter als das zu meinem ältesten Grundschulfreund. Den lernte ich erst mit acht Jahren kennen, die Rechtschreibung schon mit vier oder fünf. Damals begann ich die ersten Zettelchen zu schreiben, und die Lust daran hat mich bis heute nicht verlassen. Wie viele Kinder schrieb ich anfangs „Libe“ statt „Liebe“ und fahren ohne H. Aber ganz schnell wurde ich richtig gut, so dass schon im Zeugnis der ersten Klasse stand:

Bekannte und unbekannte lautgetreue Wörter schreibt sie fehlerfrei. Sie berücksichtig in Ansätzen bereits Vereinbarungen der Groß- und Kleinschreibung. Sie ist schon in der Lage, kleine Geschichten aufzuschreiben und fortzusetzen.

Die richtige Schreibweise ging wie automatisch in meinen Kopf. Ich machte so wenig Fehler, dass ich mich heute noch an ein ärgerliches Diktat in der dritten Klasse erinnere: Darin hatte ich konsequent „viertel vor“ statt „Viertel vor“ geschrieben. Der ganze Text war rot, das war wie ein persönlicher Angriff auf mich. Nun, seitdem weiß ich, wie man es richtig schreibt, aber dennoch.

Bis heute beurteile ich Menschen danach, ob sie richtig oder falsch schreiben. Ich kann gar nichts dagegen machen, es ist tief in mich eingepflanzt. Dennoch bin ich dabei, diese Meinung zu revidieren. Darüber bin ich sehr froh. Mittlerweile glaube ich, dass es noch viele andere Kriterien als die Rechtschreibung gibt, um Textqualität zu beurteilen.

Je schneller desto falsch

Früher war Schreiben ein Akt. In meiner Generation (Einschulung Mitte der 1970er) hat man Schreiben noch mit dem Füller gelernt. Erst Kreise, dann Bögen, immer schön rhythmisch, groß und klein. Das kostete viel Zeit. Tintenkiller waren viel diskutiert (und bei mir zu Hause idiotischer Weise verboten): Man sollte doch so langsam und bedacht schreiben, dass gleich alles richtig war.

Ich erinnere mich an Zeiten (noch in meiner Kindheit), in denen die Korrekturbänder von elektrischen Schreibmaschinen daraufhin untersucht wurden, ob die Sekretärin zu viele Tippfehler machte. Wie vorgestrig ist das schon heute! Schon wenige Jahre später war es bei den Bildschirmschreibmaschinen egal, ob man die Korrekturtaste drückte. Wer regt sich heute über ein [backspace] auf? Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie oft ich diese Taste im Laufe des Tages drücke. Und natürlich ist es komplett egal, wie oft ich einen Text nach dem Schreiben korrigiere, bevor ich ihn abschicke oder ausdrucke(n lasse). Online korrigiere ich ohnehin noch zig Mal, weil ich finde, ich könnte mich verbessern – nicht nur von der Rechtschreibung her, sondern auch stilistisch. Aber bitte: Es ist mein Beruf.

E-Mails oder Forenbeiträge schicke ich oft so schnell ab, dass Fehler drin bleiben. Ich denke eben schneller als ich tippe – dabei tippe ich doch schon schnell! In meinen SMS oder anderen Kurznachrichten steht ihc und dsa – Word und auch viele Telefone ändern das meist automatisch. Birtta jedoch steht noch nicht auf ihrer Liste.

Ich bin Chef, ich darf das

Nun las ich vor einiger Zeit, dass gerade Personen in Führungspositionen mehr Fehler verschicken als andere. Sie erlauben sich das, was ihr Sekretariat nicht darf: Tippfehler. Sie stünden darüber, hieß es da. Wer sehr beschäftigt ist, hat für so einen Kleinkram wie Buchstaben keine Zeit.

Vielleicht kann man seine Wichtigkeit heute dadurch beweisen, dass man andere für sich korrigieren lässt? Ich mache das übrigens auch, ich nutze dieses und dieses externe Korrektorat, bevor Texte an meine Kunden gehen. Eigene Texte zu korrigieren ist schwierig, man wird textblind. Ich empfehle wirklich jedem, vor einer offiziellen Veröffentlichung ein gutes Korrektorat über die Texte laufen zu lassen.

Doch dass ich das mache, heißt ja nicht, dass ich die Rechtschreibung nicht beherrsche. Ich nehme mir vielleicht nur keine Zeit dafür. Gibt mir das jedoch das Recht, über andere zu urteilen, die damit tatsächlich Schwierigkeiten haben? Mittlerweile glaube ich: nein.

Recht und richtig sind sind zwei Dinge

Ja, ich finde nach wie vor, dass in den Schulen auf die richtige Schreibweise geachtet werden sollte. Ich finde, es werden heute zu wenig Diktate geschrieben. Die Beliebigkeit der Schreibweise (schreib, wie du sprichst) verunsichert Kinder. Das habe ich bei meinen eigenen und auch bei anderen Kindern gemerkt. Alle wollten wissen, wie es denn nun richtig geht. Denn sie waren wild darauf, zu schreiben wie die Großen. Aber die Lehrer fanden, wir sollten sie in Ruhe lassen, damit sie sich entfalten könnten. Hab ich nicht gemacht, ich habe ihnen gesagt, wie das Wort geschrieben wird. Man sagt einem Kind doch auch nicht, es soll Rad fahren, wie es ihm in den Kopf kommt. Man zeigt, was man kann – warum nicht beim Schreiben? Ich finde es verflixt unfair, das nicht zu tun und die Verantwortung auf ein Später, das irgendwie schon kommen wird, zu verschieben. Bloß nicht Schuld sein, wenn man es als Lehrer nicht geschafft hat. So kommt es mir vor.

Früher jedoch hätte ich auf all die Falschschreiber als nicht so fähig herabgeblickt. Das geht heute nicht mehr. Einerseits wegen der Schulausbildung, andererseits kann ich das aber auch aus Erfahrung nicht mehr. Ich kenne mittlerweile so viele brilliante Menschen mit Rechtschreibschwäche. Menschen, die alles klein schreiben, weil sie für die Hochstelltaste zu schnell sind. Menschen, die ganze Drehbücher schreiben, aber Kommas, Dehnungs-Hs und andere Kleinigkeiten wahllos verteilen. All diese Menschen haben viel zu sagen und wirklich gute Ideen: Die kann ich doch nun nicht alle abqualiefiezieren, nur, weil sie das Wort, das ich eben geschrieben habe, so schreiben, wie ich es eben geschrieben habe?

Rechtschreibung hat einen guten Grund, denn sie macht das Leben leichter. Es ist ein Unterschied, ob sich jemand wieder spiegelt, oder ob er sich widerspiegelt. Das gilt auch für Kommasetzung. Fritz sagt, Paul sei dumm. Fritz, sagt Paul, sei dumm. Aber all diese Regeln zum Maß für Klugheit und Bildung zu machen, halte ich für falsch. Richtig finde ich jedoch, Kindern gleich von Anfang an wirklich beim Lernen zu helfen und sie nicht im Dunkeln tappen zu lassen. Gerade, weil doch heute viel weniger gelesen wird. Unsere Art zu rezipieren ändert sich rasant. Wie sollen Kinder anhand von Texten denn noch lernen, richtig zu schreiben? Wir lesen doch heute häufig nur noch Bruchstücke – und das auch noch in anderen Sprachen.

Was kommt nach geschriebenem Text?

Die Menschen werden auch weiter ihre Gedanken ausdrücken – die Frage ist nur, wie. Wir hatten schon einmal eine Zeit auf unserem Planeten, in der die Menschen ihre Geschichten in Bildern gezeigt haben. Nur dass sie damals nicht filmten, sondern in Stein meißelten und auf Felswände malten. Das verlangt von Betrachtern viel Denkarbeit. Es macht eine Botschaft einerseits ungenau, aber es macht sie auch interpretierbar. Daraus kann viel Neues entstehen.

Gerade saß ich mit einer Kollegin zusammen, die bedauerte, dass ihr Sohn sich nicht mehr detailliert ausdrücken könne. Er sei sehr schlau, aber er bewege sich in der Welt des Chats, lese auch kaum Bücher. Das müsste doch zur Folge haben, dass er auch nicht mehr so tiefgreifend mit Problemen auseinandersetzen könnte. Denn, so ihr Schluss, nur, wer seine Gedanken auch genau und qualitativ hochwertig aufschreiben könnte, könne sie doch auch ordnen.

Ich glaube das so nicht. Wir stehen schon mitten in der Entwicklung völlig neuer Ausdrucksmöglichkeiten. Unsere Spielzeuge dafür sind vielfältig und werden immer mehr. Wir können heute leicht mit Sprache und Filmen arbeiten. Mein Sohn denkt auf einem Youtube-Channel herum und entwickelt dafür gerade Charaktere. Präsentationen und Websites greifen immer mehr auf einen Canvas, also auf eine große bewegliche Fläche, zurück (Beispiel Prezi). Unser Denken wird immer vielschichtiger, vernetzter, immer dreidimensionaler. Damit eröffnen sich uns ganz andere Möglichkeiten, Botschaften zu verteilen und auch künstlerischer zu werden.

Was gleich bleiben wird? Dass eine gute Geschichte andere mitreisst. Wer sie verständlich erzählen kann, hat einen klaren Vorteil. Das Mittel ist dann fast egal.

28. März 2014 von Britta Freith
Kategorien: Text, Sprache, Allerlei | 3 Kommentare

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