Ohlstedt: den Kreis erweitern

Heute müssen andere Neuigkeiten vom Ohlstedter Platz berichten, ich war nämlich nicht dort. Bis kurz vor drei habe ich gearbeitet, danach war ich im Gemeindesaal der Kirche. Dort haben sich einige Intitiativen, Vereine, Kommunalpolitiker und Engagierte getroffen. Details sind unwichtig – nicht nur behauptet, sind sie tatsächlich.

Aber es gab ein Ergebnis – ach nein, das wäre zu weit gegriffen. Es gibt jetzt den Ansatz zu einem nächsten Schritt. Wohin der führt, werden wir alle sehen. Der Plan jedenfalls ist jetzt, das einer aus der Runde ein Telefon mit Nummer zur Verfügung stellt, bei dem man anrufen kann. Ein Orga-Telefon, damit Leute Hilfe anbieten und Fragen stellen können. Nur muss natürlich am anderen Ende jemand sitzen. Dafür werden Freiwillige gebraucht, die sich für einen Telefondienst eintragen würden. Wenn die Freiwilligen da sind, gibt es den Dienst, wenn nicht, dann nicht. Morgen bei dem offiziellen Treffen um 18 Uhr im Gymnasium Ohlstedt soll es dafür Listen geben.

Wir haben heute Nachmittag auf die Schnelle auch eine Webadresse gesichert und ich habe einen FTP-Server eingerichtet, um eine Website mit den wichtigsten Informationen einrichten zu können. Es gibt jemanden, der das fix  und schlank machen will – vielleicht braucht der noch Hilfe, das werden wir sehen. Der Wunsch ist, Anfragen per Mail beantworten zu können. Aber auch dafür braucht man Freiwillige,  das wird sicher nicht morgen der Fall sein. Ein Schritt nach dem anderen. Was da ist, ist da und macht hoffentlich Freude.

Fakt ist: Es gibt eine Art Keimzelle für geordnetes Weitermachen, aber es gibt noch nicht mehr. Es gibt wunderbar engagierte Ohlstedter; allein bei Facebook haben sich bis heute 368 Menschen der Gruppe „Flüchtlinge in Ohlstedt | Wir helfen.“ angeschlossen. Und dazu kommen noch viele, die sich in eine Liste eingetragen haben, die zwei fleißige Freiwillige heute beim Pastor Karsten Schumacher in eine Excel-Liste umgebaut haben. Und es gibt einige, die schon ganz konkrete Angebote gemacht haben: Von Verpflegung für die freiwilligen Helfer bis hin zur WLAN-Ausstattung des Ohlstedter Platzes. (Wozu das wichtig ist, liest man hier und hier.)

Heute habe ich also kein Bild und wann das nächste kommt, muss ich mal sehen. Ich muss nämlich bis zum kommenden Dienstag einschließlich viel arbeiten und bin z.T. auch gar nicht in Hamburg. Nur, dass sich niemand wundert (und einige werden ganz froh sein, wenn die Freith gerade nicht herumschnüffelt, ich ahne es 😉 ).

12. August 2015 von Britta Freith
Kategorien: Fensterblick, Ohlstedt | 1 Kommentar

Von tollen Menschen und etwas Matsch

Gestern Nacht bin ich aufgewacht und habe lange wach gelegen, obwohl ich sehr müde war. Draußen tobte nämlich ein Gewitter und es goss. Da ich manchmal unter meiner blühenden Fantasie leide, habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn eine Mutter mit kleinem Kind (oder eine Frau allein oder ein Mann allein) den ganzen weiten Weg vom letzten Zelt bis hin zu den Sanitärcontainern auf dem Ohlstedter Platz gehen muss. Nicht bei 20, sondern bei 5 Grad. Der Gedanke war mir so schrecklich, dass ich nicht wieder einschlafen konnte.

Noch sind die Zelte allerdings fast leer, zumindest wohnen keine Menschen drin. Nur ein Zelt ist sehr voll: Darin sind die Spenden der Ohlstedter Bürger – und sicher auch von Bürgern aus anrainenden Stadtteilen. Wahnsinn! 70 Kinderreisebetten gab es heute Nachmittag, 13 feste Kinderbetten, 3 Wiegen und Zustellbetten. Dazu Matratzen, Kinderschlafsäcke, Decken, Kissen… Listen anbei. Viele Kinderreisebetten sind sogar neu, weil einige losgefahren sind, um sie mal eben zu kaufen. Das ist sehr großzügig.

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Alles, was auf der Liste steht, ist noch in Ohlstedt. Heute morgen wurden 25 gebrauchte Betten weitergegeben an die Flüchtlingsunterkunft in den Messehallen. Dort gab es nach Auskunft von Herrn Dietrich (s. letzter Beitrag) nicht ein Kinderbett. Angeblich gibt es dort auch keinen Sielanschluss – und wenn das stimmt, gibt es immerhin alle Gründe, sich kräftig zu wundern.

THW-Laster

Der THW-Laster brachte die 25 Kinderbetten Richtung Messehallen. Ich hoffe, es wurde dort noch ein Ansprechpartner gefunden, denn der THW-Mitarbeiter versuchte sehr lange herauszukriegen, wo er die Betten eigentlich abliefern soll.

Doch bevor ich wieder zum Sanitärthema komme, will ich mich noch eine Runde weiterfreuen. Denn heute morgen sah es im Sammelzelt noch so aus:

Viele Reisebetten durcheinander im Zelt

 

Und abends dann so, weil wieder viele Fleißige da waren. Sie haben sortiert, Betten zusammengebaut und so gut es ging katalogisiert:

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Heute mussten leider einige Spendenwillige wieder weggeschickt werden. Das tut natürlich weh und wirkt auch irgendwie doof. Tatsache ist aber: Noch gibt es keinen Platz für Kleidung und Kinderspielzeug. Ein bisschen davon war schon angekommen. Ein kleines Bisschen haben wir dabehalten, den Rest auch Richtung Messehallen weitergegeben. Das klingt vielleicht undankbar, aber es geht nicht anders, weil wir die Sachen nirgendwo lagern können. Das Zelt kann nicht dauerhaft als Lager besetzt bleiben, denn dort sollen letztlich Flüchtlinge rein. Im Augenblick können die Betten aber noch darin bleiben. Doch akut ist die dringende Bitte, wenn überhaupt, dann nur Betten zu spenden. Dabei sollte man wissen, dass die Betten eventuell weitergegeben werden – für den gleichen Zweck, aber eben woanders hin.

Beim Bettenaufbau.

Beim Bettenaufbau.

Es gibt jetzt auch immer mehr Stimmen von offizieller Seite (Polizei, Behörde), die bitten: Alles mit der Ruhe. Das hat einen Vorteil: Die ersten Flüchtlinge kommen erst am Freitagmorgen, nicht schon am Mittwoch. Es gibt also mehr Zeit, dass alles fertig wird. Das ist gut. Wir werden aber wohl bis zur letzten Sekunde nicht wissen, wer nun eigentlich kommt. Heute Abend war eine Mitarbeiterin von Fördern und Wohnen vor Ort, die schon einmal einen kurzen Blick auf die Unterkunft werfen wollte. Claudia, Christiane und ich haben sie ins Spendenzelt gebeten und sie war eine ganze Weile sehr baff. Einerseits war sie bestimmt beeindruckt, aber ich glaube, es war ihr auch ein bisschen unheimlich. Sie war sich vermutlich nicht sicher, ob sie es mit Großherzigkeit oder überschäumendem Eifer zu tun hatte.

Wir konnten sie beruhigen und haben ihr gesagt, dass die Ohlstedter gern helfen, aber nicht behindern wollen. Dass allen daran gelegen ist, dass es ein positives Miteinander wird. Dass die Menschen vor Ort sich deswegen so engagieren. Viele haben sich bereits in eine Liste eingetragen und aufgeschrieben, was sie konkret machen könnten: Von der Begleitung beim Arztbesuch über Deutschunterricht bis hin zur Kinderbetreuung. Im Gegenzug hat die Mitarbeiterin von Fördern und Wohnen (sie wollte nicht namentlich genannt werden) uns einiges erzählt und um einiges gebeten. Ich liste ihre Wünsche und Anregungen mal so auf, wie ich sie mitnotiert habe. Die Frau hat Erfahrung, sie leitet bereits zwei Erstaufnahme-Unterkünfte.

  • Bitte kein Willkommensfest. Keine Ballons, keine Kuchen. Zumindest nicht in der ersten Woche. Die Menschen, die kommen, sind traumatisiert, haben viele tausend Kilometer hinter sich. Die wünschen sich nichts mehr als ein vorläufiges Ziel, an dem sie sich einrichten können. Das dauert in der Regel ein paar Tage. Die erste Frage nach drei oder vier Tagen sei dann meist, wie man einen Asylantrag stellen könne. Eine Woche braucht es etwa, bis alle Abläufe in der Unterkunft klar sind. Danach kann man über eine Veranstaltung nachdenken.
  • Die Mitarbeiter in der Unterkunft müssen jeden Ankömmling im Computer erfassen. Soweit ich verstanden habe, ist dieser Computer offline, alles muss neu eingegeben werden. Mit Glück gibt es eine Stunde vor Ankunft der Bewohner eine Liste, mit Pech nicht. Es gibt Menschen mit unterschiedlichem Status: die Festaufnahmen und die Notaufnahmen. Die Festaufnahmen hatten schon vorher die Nachricht bekommen, dass sie in Hamburg bleiben dürfen. Sie haben bereits ein Hygienepack bekommen sowie Kissen und Decke. Die Notaufnahmen haben das noch nicht; das sind die, die spontan ankommen und verteilt werden. (So zumindest die kurzgefasste Version.) Die sind aber auch noch nicht richtig erfasst. Auch für diese ganzen Vorgänge wird die erste Woche benötigt.
  • Hilfsangebote bitte gebündelt vortragen. Es hilft nicht, wenn jede und jeder einzeln vorbeikommt, um mal hallo zu sagen. Dass es eine Liste gibt, ist super. Dass dort konkrete Angebote draufstehen, ist noch besser. Begleitung zu Ärzten ist zum Beispiel gern gesehen. Auch Sportangebote – aber nicht nur. Die Vielfalt macht es. Was letztlich wirklich sinnvoll ist, kann dann mit den Sozialarbeitern vor Ort abgesprochen werden. Nicht erlaubt sind eigenmächtige Besuche in den Zelten. Die Zelte selbst sind ohnehin tabu, weil die Privatsphäre der Menschen geschützt werden soll. Am besten wäre es, wenn wenige besonnene Menschen die Hilfe langfristig organisieren. In der Matthias-Claudius-Kirche werden, nach allem was man hört, gerade die Weichen entsprechend gestellt
  • Beim Verteilen von Geschenken (z.B. Kleiderkammer) heißt es, sehr vorsichtig zu sein. Man muss wissen, worauf man achten muss. Da kann man sich Tipps holen, und sei es von anderen, erfahrenen Ehrenamtlern. Denn viele nehmen wohl erstmal, so viel sie bekommen können, und sortieren hinterher aus. Ein typisches Verhalten in Notzeiten, kennen viele noch von den Großeltern: Nur nichts verkommen lassen! Es ist aber wohl schon dazu gekommen, dass Kleidung dann hinterher weggeschmissen gefunden wurde, weil es sich die Leute anders überlegt haben. Das führt dann auf Geberseite zu Verdruss.

Das mag viele erstmal enttäuschen, aber es klingt für mich recht schlüssig. Es wurde anerkannt, dass die Menschen hier in Ohlstedt helfen möchten, es wurde auch über das große Engagement gestaunt, aber es wird gebeten, alles überlegt zu tun. Also müssen wir unsere Ungeduld und Aufregung alle etwas im Zaum halten.

OSB-Platte und Luftdurchlässiges Gewebe als Zeltplane: So sehen die sogenannten Kita-Zelte aus.

OSB-Platte und Luftdurchlässiges Gewebe als Zeltplane: So sehen die sogenannten Kita-Zelte aus.

 

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„Sogenannt“ schreibe ich, weil sie auf dem Lageplan so genannt werden. Spätestens ab November eignen sie sich wohl eher als Unterstand, denn als wirklicher Aufenthaltsort.

Beim Stichwort Aufregung fällt mir wieder ein, was mich wirklich seit Tagen beschäftigt: die Lage des Platzes. Ich habe ja schon einmal erwähnt, dass es dort eher feucht ist. Der Boden schwingt, wenn man drüber geht. Nachdem es vergangene Nacht so gegossen hat, sieht der Platz auch schon reichlich benutzt aus. Der Rasen löst sich auf – leider nicht in Wohlgefallen, sondern in Matsch. Nun sollen ja die zentralen Wege befestigt werden. Nur glaubt niemand so wirklich dran, dass das hilft. Zumindest nicht von den Ohlstedtern, mit denen ich gesprochen habe. Ein paar Tage Regen und das Wasser drückt auch von unten hoch. Der Garten unseres Hauses ist 100 Meter weiter. Da steht das Wasser in ausdauernden Pfützen wenn es mal eine Woche regnet.

Ich hätte ja gern mal reingeguckt: Leider war keiner der Sanitärcontainer geöffnet.

Ich hätte ja gern mal reingeguckt: Leider war keiner der Sanitärcontainer geöffnet.

 

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Spuren.

Eine Wette mit mir selbst habe ich bei diesem Zelt laufen:

Teichlage: idyllisch oder fußkalt?

Teichlage: idyllisch oder fußkalt?

Es liegt abschüssig am Teich. Ich stelle mir vor, wie das Wasser drunterdurchläuft und die Geschichte langsam nach unten rutscht. Oder ob man drumherum nur prima im Matsch suhlen kann? Jemand sagte heute, auf dem Platz rieche es schon, wie bei einem Festival. Kann ich nicht beurteilen, aber es riecht… matschig. Jedenfalls habe ich heute die gespendeten Kindergummistiefel lieber beiseitegestellt. (Was keinesfalls heißen soll, dass jetzt noch mehr geliefert werden sollen!)

In den kommenden Tagen gibt es viele Gespräche, am Donnerstagabend um 18 Uhr die offizielle Infoveranstaltung im Gymnasium Ohlstedt. Alle warten, was weiter passiert.

 

11. August 2015 von Britta Freith
Kategorien: Fensterblick, Ohlstedt | Schreibe einen Kommentar

Jetzt schon ein Termin, wann die Flüchtlinge nach Ohlstedt kommen?

Das ist natürlich die Frage, die alle umtreibt. Und die Antwort ist: ja. Zumindest heißt es das seit heute und seitdem wird auf Turbo geschaltet. Denn ursprünglich war gesagt worden, dass vor kommender Woche gar nichts möglich sei, weil ja erst die Logistik stimmen muss: Die Sanitär- und Verwaltungscontainer, die Betten, die Stromversorgung, die Abnahme durch die Feuerwehr (Brandschutz) … Dann kommen auch noch befestigte Wege, damit Rettungskräfte auf ihnen fahren könnten – ein Krankenwagen zum Beispiel. Aber all das kommt nun nach und nach. Oder doch noch vorher? Ich hoffe, dass Strom und Wasser schon da sind, wenn die ersten Flüchtlinge eintreffen. Müssen sie wohl, denn jetzt soll es auf einmal schon Mittwochmorgen soweit sein.

Bundeswehr kurz vor Abzug.

Ich habe heute länger mit Hermann Dietrich vom Projekt ZEA Erweiterung im Einwohner-Zentralamt gesprochen. Er war auch schon am Wochenende vor Ort und hat Fragen beantwortet. So viel ich weiß in seiner Freizeit. Dietrich ist für diverse Erstaufnahmeeinrichtungen verantwortlich. Sein Telefon schweigt selten. Wenn es mal Ruhe gibt, redet er mit Architekten, Handwerkern, der Polizei, Anwohnern… Er organisiert. Und er hat sich die Zeit genommen, mir einiges zu erzählen. Das war noch, bevor die Nachricht da war, dass es am Mittwoch losgeht.

Wir durften übrigens im Container der Sicherheitskräfte reden und die waren so rücksichtsvoll, dass denen wohl das Eis geschmolzen ist, das noch auf dem Tisch stand. Überhaupt sind die Männer sehr nett, auch wenn manche ein bisschen bärbeißig aussehen. Aber es ist ja eben nicht der Tölzer Knabenchor. Danke noch einmal für den ruhigen Platz!

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Kabeltrommeln und die Anschlusskästen für die Zelte.

Anschlusskasten von innen.

Das Erstaufnahmelager auf dem Ohlstedter Platz wird nicht, wie zuerst kolportiert, Ende September wieder abgebaut. Wobei es wohl ursprünglich so vorgesehen war, weil eigentlich DAK-Zelte hierher sollten, so wie es sie in der Schnackenburger Allee gibt. Aber die Bundeswehrzelte, die von vielen als Maybach oder Mercedes unter den Zelten bezeichnet werden, gelten als winterfeste Unterkunft. Elektrische Heizungen sollen installiert werden, die kindersicher sein müssen. In die Zelte kommen Rauchmelder, Feuerlöscher. Dafür sind nun von der Stadt beauftragte Fachbetriebe zuständig. Der Brandschutz von der Feuerwehr guckt drauf, damit alle Abstände, Rettungsgassen und Fluchtwege gesichert sind.

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Heute war der Tag der Apelle. Vorne in blau das THW.

Stromanschlüsse müssen natürlich sein, die Bundeswehr hat ja nur die Leuchtensätze für die Zelte geliefert. Und die Sanitärcontainer müssen geliefert und dann noch angeschlossen werden. Die Trinkwasserprobe war einwandfrei. Ich hörte einen Handwerker schnauben, als die Frage aufkam, ob die Fertigstellung bis Mittwoch möglich sei. Es klang wie „alle irre“. Aber das ist meine ureigene Interpretation.

Zaunpfosten werden einbetoniert.

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Mal keine Maulwürfe – Löcher für die Zaunpfosten.

Heute wurden auch Zaunpfähle einbetoniert, um das Zeltlager kommt ein fester Zaun, in den einige Türen integriert werden. Eine Platzbeleuchtung wird es auch geben, die zu den Seiten abgeschirmt ist, damit die umliegenden Grundstücke nicht zu sehr mitbeleuchtet werden. Auch eine Nachtdimmung ist angedacht. Wie das alles im Einzelnen aussehen wird, wird sich noch zeigen.

Noch ein Appell. Im Vordergrund ein Securitas-Mitarbeiter.

Hermann Dietrich hat sich sehr über das positive Engagement der Ohlstedter gefreut. Natürlich habe ich ihn auch gefragt, was die Menschen konkret tun können. Aber dafür ist er nicht der richtige Ansprechpartner. Nach dem derzeitigen Stand hat immer noch Fördern und Wohnen die Trägerschaft. Wir hoffen jetzt, dass die Zuständigen dort erreicht, dass hier so viel Kindereinrichtungen gesammelt wurden. Der Einsatzleiter des THW wollte diese Nachricht auch noch weitergeben, das hat mir Christiane erzählt, die seit Tagen zusammen mit Claudia die Verpflegung auf dem Platz stemmt. Einfach so. Natürlich auch dank der Kuchen-, Kaffee- und Brotspenden. Morgen wird es allerdings weniger sein, dann ist die Bundeswehr weg. Und jeder braucht auch mal Ruhe. Andere dürfen sich aber gern finden, das wäre ganz wunderbar.

Eismann liefert Eis.

Ein Anwohner hatte Eis spendiert, dass mal schnell im Dreirad vorbeigebracht wurde

Ach ja, dann hieß es auf einmal, die ersten Flüchtlinge sollen Mittwoch kommen. Und dann bat Fregattenkapitän Tissier darum, ob wir in der Facebookgruppe nicht einen Aufruf starten könnten, dass die Zelte ausgefegt und vielleicht gefeudelt würden. Denn die Bundeswehr hat auf Bitten hin doch schon die Betten aufgestellt, damit alles schneller gehen kann. Tatsächlich kamen dann einige Fleißige vorbei und fegten – wie toll! Und am Abend, so wurde mir gerade am Telefon gesagt, kommt auch noch die Freiwillige Feuerwehr und packt mit an. Pastor Karsten Schumacher hat die Freiwilligenliste vom Stand abgeholt und wollte nach meiner Info auch noch in anliegende Häuser gehen und dort mit den Bewohnern reden. Das hat mir wiederum Christiane weitergetragen.

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Eisappell ;)

Die Bewohner in Zentralen Erstaufnahmen bekommen übrigens laut Hermann Dietrich Kost und Logis (es gibt dann ein Verpflegungszelt) sowie Hygieneartikel und ein monatliches Taschengeld von 143 Euro. Er hatte dann doch noch einige Praxistipps: In einer anderen Unterkunft gibt es eine Djembé-Gruppe, Musik sei überhaupt immer super. Ob es gemeinsames Singen oder Musizieren mit Instrumenten sei. Und natürlich reden, zusammen zu handarbeiten… und mal gucken, was die „Neuen“ so können. Denn nicht nur wir können ihnen etwas geben, sondern sie uns auch.

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Zu den bisherigen Beiträgen rund um das Flüchtlingszeltdorf geht es hier:
Neues von den Flüchtlingszelten auf dem Ohlstedter Platz

Informationen über das Flüchtlingszeltdorf in Hamburg-Ohlstedt

Flüchtlinge

10. August 2015 von Britta Freith
Kategorien: Fensterblick, Ohlstedt | 2 Kommentare

Neues von den Flüchtlingszelten auf dem Ohlstedter Platz

Während ich diesen Artikel schreibe, klingt es, als würde um die Ecke ein Segelschiff aufgetakelt. Rufe, Klirren, lautes Schlagen… sind aber nur die Bundeswehrsoldaten, die rund 100 Meter von mir weg weitere Zelte für Flüchtlinge aufbauen. 35 sollen es heute Abend sein, 41 sollen es werden. Ursprünglich hieß es 42, aber bei einem hätten sie zu viel von einem der großen Bäume wegnehmen müssen. Außerdem wussten die Architekten, die den Aufbau planten, nichts von einem Graben, der Platz wegnimmt. Und ein Zelt braucht immerhin 40 qm.

Ging alles ziemlich holterdipolter. Das hat mir heute auch Fregattenkapitän Jürgen Tissier bestätigt, der den Einsatz leitet. Mit ihm konnte ich dann auch in die Zelte und aus der Nähe Fotos machen. Gestern ging das ja noch nicht. Aber heute scheint ohnehin alles viel lockerer, vielleicht auch, weil die Securitas-Mitarbeiter von so viel Freiwilligen gut gefüttert werden.

Versorgungsstelle er freiwilligen Helfer.

Versorgungsstelle der freiwilligen Helfer.

Der Einsatz der Anwohner ist wirklich großartig. Einige standen heute schon den dritten Tag am improvisierten Stand, um selbst zusammengestelltes oder kopiertes Infomaterial zu verteilen, mit anderen zu reden, Spenden zu sammeln, Kaffee, Kuchen und Snacks zu verteilen. Aufgeregte werden beruhigt, Adressen gesammelt. Viele wollen helfen, geben an, was sie besonders gut können. Bis heute Abend sind 50 Kinderbetten zusammengekommen, dazu Hochstühle und Kinderwagen. Und es wird mehr werden, wie toll. Für morgen wird übrigens wieder Essen auf die Hand gebraucht, auch Kaffee ist willkommen. Der Stand wird wenigstens so lange da sein, wie die Bundeswehr vor Ort ist. Danach werden wir sehen. Wer also spenden möchte: gern!

Die guten Gaben stapeln sich im Zelt: Kinderstühle, Bettwäsche...

Die guten Gaben stapeln sich im Zelt: Kinderstühle, Bettwäsche…

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… Betten, Lattenroste, Kinderwagen. Im Hintergrund sieht man die Fenster ganz gut.

Diesen Absatz habe ich geändert. Bisher hatte ich gesagt, dass ich das Verhalten der Behörde schwach finde. Weil nur die Mitarbeiter der Bundeswehr auf Fragen geantwortet haben, obwohl es gar nicht ihre Aufgabe ist. Sie finden es aber nötig. Die Polizei war bis Sonntag irgendwann mittags vor Ort – um Fragen zu beantworten, denn auch da fand es die Leitung wichtig, mit Menschen zu reden. Das geschah aus eigenem Antrieb. Aber von der veranstaltenden Behörde: niemand. Das stimmte aber nicht, denn Hermann Dietrich vom Einwohner-Zentralamt war sonntagfrüh privat da und hat sich den Fragen gestellt. Abgelöst wurde er von der Amtsleiterin Johanna Westphal. Also drücke ich mich mal anders aus, denn an den beiden liegt es definitiv nicht. Vielleicht sollte sich aber mal jemand aus dem Bezirksamt auf den Weg machen? Fände ich angemessen.

Natürlich wollen alle wissen, wann nun Flüchtlinge kommen. Heute hieß es, bis Mittwoch würde wohl noch aufgebaut. Es fehlt ja bisher die ganze Versorgungsinfrastruktur. Wir können nur vermuten, dass es morgen von Seiten der Stadt damit losgeht.

Nun aber zu dem, was ich heute noch erfahren habe. Erzählt hat es mir dieser Mann. Er wohnt übrigens in Ohlstedt und ist sogar hier zur Schule gegangen.

Jürgen Tissier, Fregattenkapitän und Protokollstabsoffizier vom Landeskommando Hamburg

Jürgen Tissier, Fregattenkapitän und Protokollstabsoffizier vom Landeskommando Hamburg

Morgen hofft er, die aufgebauten Zelte an einen Verantwortlichen der Stadt Hamburg zu übergeben. Wie und wann das klappt, wusste er aber noch nicht. Mittags vielleicht – es gibt dafür keinen festgelegten Ablauf. Und das scheint nicht an der Bundeswehr zu liegen. Ich glaube, da haben sie für alles einen festgelegten Ablauf. Sogar, wenn der pressebegleitende Bundeswehrfotograf eine Frage hat. Mit Gruß und allem, habe ich selbst gesehen 😉

Heute wurden Feldbetten in die Zelte verteilt, aber noch nicht aufgestellt. Die Bundeswehr will schlicht ihre Transportmittel geleert haben. Die Betten sind schwer und stammen noch aus alten NVA-Beständen. Für Detailverliebte: Material wie dieses wird in einem alten Stollen in Brandenburg gelagert.

Feldbetten der robusteren Art.

Feldbetten der robusteren Art.

Matratzen kamen auch dazu. Ich habe gefragt: Bequem ist das nicht sonderlich, aber es geht für den Übergang. Und da es ja wohl ein Erstaufnahmelager wird, ist der Wechsel schnell, wenn die Behörden zügig auf feste Unterkünfte verteilen können. Im benachbarten Ammersbek (Schleswig-Holstein) soll das innerhalb weniger Tage klappen. Bei der derzeitigen Lage in Hamburg… werden wir sehen.

Nur wenige Zentimeter dick. Aber besser als ohne.

Nur wenige Zentimeter dick sind die Matratzen.

Normalerweise werden die Matratzen wohl nach jedem Wechsel gereinigt. Also ist es gut, dass sie dünn sind. Tissier nahm an, dickere Matratzen würden auf dem Sondermüll landen. Spenden in dieser Richtung scheinen also wenig sinnvoll.

Hier sind die Kästen mit der Beleuchtung. Wir haben nachgeguckt: von 1965. Aber frisch TÜV-geprüft.

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In jedes Zelt kommt eine dreifache Verteilerdose mit drei Lampen.

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Die Steckdose ist gegen Witterung geschützt.

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Zwei Neonröhren pro Lampe.

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Noch einige interessante Fakten über die Zelte: Wir haben geraten, wie viele davon die Bundeswehr hat, und uns krass vertippt. 150 sind es ingesamt! 63 davon gehen an Hamburg, 41 hier bei uns auf den Platz. Der Rest ist wohl auch schon versprochen. Das übliche Presse- und Gartenfest der Bundeswehr (WAS es aber auch alles gibt!) muss diesmal ohne sie auskommen. Wobei sich das wohl am ehesten verschmerzen lässt. Und neue sind anscheinend schon geordert. 15.000 kostet eins.

Die Lage am Teich ist tatsächlich ungewöhnlich idyllisch. Da fände ich eine Absperrung übrigens wirklich angebracht, falls kleine Kinder kommen. Sehr spannend mit den vielen Fröschen und Vögeln, und schwupp! liegt man drin.

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Nur wenige Meter weiter ist nichts mehr von dem ganzen Auflauf zu sehen und zu hören. Nur Abendstille. Nach 20 Uhr takelt auch keiner mehr auf.

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Es gibt eine Facebookgruppe zum Austausch für alle, die helfen möchten: Hier geht es dorthin.

09. August 2015 von Britta Freith
Kategorien: Fensterblick, Ohlstedt | 3 Kommentare

Informationen über das Flüchtlingszeltdorf in Hamburg-Ohlstedt

Da es nur wenige offzielle Informationen gibt, habe ich heute ein bisschen gesammelt und eine Facebookgruppe für Ohlstedter, die helfen wollen, gegründet. Die aktuellsten Infos sind diese:

Kinderbetten werden gebraucht, damit auch Familien mit kleinen Kindern kommen können. Die Stadt Hamburg hat keine Kinderbetten. Spenden sind daher erwünscht. Kontaktaufnahme bis Sonntagabend über den Freiwilligenstand mit Kaffee und Kuchen am Ohlstedter Platz.

Eine Infoveranstaltung der Behörde findet am Donnerstag, d. 13.8. ab 18 Uhr in der Pausenhalle des Gymnasiums Ohlstedt statt.

Ich habe mit Peter Vogt gesprochen. Er ist Leiter Prävention und Verkehr am PK 352 (PK steht für Polizeikommissariat). Das Interview ist von Hand mitnotiert und nur in einzelnen Passagen wörtlich.

Peter Vogt von der Polizei Hamburg

Peter Vogt von der Polizei Hamburg

Großen Dank erstmal für einen Lageplan, den er mir gezeigt hat und den ich fotografieren durfte. Hier erkennt man, wie die Zelte verteilt werden sollen.

Lageplan

Bei den Wohnzelten habe ich heute gehört, dass die Bundeswehr wegen der möglichen Feuchtigkeit dort Bedenken beim Aufbau unter den Bäumen hat. Ohlstedter wissen: Der Grund bei uns ist feucht und moorig.
Die Verwaltungscontainer sind für das Wachpersonal von Securitas und die Verwaltung durch den Städtischen Betrieb Fördern und Wohnen. 2 Waschcontainer dienen dem Waschen von Wäsche, die Sanitärcontainer sind für Toiletten und Körperpflege, wurde mir erklärt. Es gibt einen Anschluss an das Öffentliche Wassernetz, auch die Stromversorgung kann über einen örtlichen Anschluss geregelt werden. (Üblich sind häufig Generatoren.) Die Zelte werden laut Presse jeweils mit 10 Betten ausgestattet.

Meine Frage war ja: Warum eigentlich Polizei? Es sind einige Beamte vor Ort – immer so 4-5 habe ich gesehen. Das sagt Herr Vogt:

Seit Mittwoch haben wir Kenntnis, dass am Donnerstag die Anwohner über Handzettel informiert werden. Es wird unweigerlich Fragen geben – darum stellen wir uns ihnen. Wir müssen auch die Bundeswehr unterstützen. Am Freitag kamen hier über 20 LKW mit Ladung an. Da mussten wir auch den Straßenverkehr regeln.

Wir sehen unsere Aufgabe als Puffer. Wir sind genau so überrascht worden wie alle. Da wir genau so Bestandteil des öffentlichen Lebens sind wie die Anwohner, wollen wir nicht nur hier sein, wenn es Streit gibt, sondern auch dann, wenn es Probleme und Fragen gibt, weil wir mit den Behörden und dem Bezirksamt gut vernetzt sind. Wir sind ja Bestandteil der Innenbehörde.

Ich kann verstehen, dass die Menschen erschreckt sind. Wir hatten uns einen anderen Verlauf gewünscht – ich bin mit der Informationslage nicht einverstanden. Auf der anderen Seite sieht man überall in den Medien die aktuelle Lage. Die Nachrichten sind voll vom Elend der Flüchtlinge. Wir sehen die Lage am Eurotunnel, an Grenzzäunen, im Mittelmeer. Die Ersteinrichtung platzen aus allen Nähten. Da muss jeder Platz machen.

Ursprünglich hat der Bürgermeister gesagt, wir wollen niemand in Turnhallen unterbringen. Jetzt hat die Feuerwehrakademie ihre Turnhalle zur Verfügung gestellt. In den Messehallen gibt es Unterkünfte. Man darf nicht denken, es könne einzelne Stadtteile nicht treffen. Jeder muss etwas tun.

Die Fläche gehört dem Bezirksamt. Die Bundeswehr übernimmt den Aufbau und übergibt die Anlage dann der Stadt Hamburg. Die hat dem Wachdienst Securitas die Aufsicht übertragen. Da Securitas sehr erfahren ist, haben wir einen guten Eindruck. Nicht so, wie es zum Teil aus anderen Bundesländern mit schlecht ausgebildetem Personal zu hören war. Wir bleiben aber bei Problemen Ansprechpartner und sind für Sicherheitsfragen verantwortlich. Zur Zeit bin ich hier mit Mitarbeitern der Fußstreife und Bürgernahen Beamten. Wie oft ich hier sein werde, muss ich sehen: Ich habe bereits 450 Überstunden, aber es hilft ja nichts.

Über die positive Resonanz der Ohlstedter freue ich mich. Bei mir war ein Trainer des Sportvereins und sagte, er würde gern mit Kindern hier trainieren. Eine Erzieherin kam vorbei und bot an, Flüchtlingskinder zu betreuen. Wir wissen selbst noch nicht, wer kommt: Normalerweise wechseln die Bewohner in einem Erstaufnahmelager alle drei Monate.

Weitere Infos, zusammengefasst: Um das Zeltdorf soll ein Zaun mit Sichtblende errichtet werden. Der diene in erster Linie dem Sichtschutz, sei nicht zum Ausgrenzen da, so Vogt. Man könne ihn ja auch wieder abbauen, wenn er doch nicht gewünscht sei. Ich finde ja, ein solcher Zaun macht das ganze viel mehr zum Lager. Er sollte nicht überall sein.
Der direkte Stromanschluss sorgt dafür, dass man keine Generatoren braucht, so dass eine übliche Lärmquelle wegfällt.

Dann habe ich noch mit einem Soldaten der Bundeswehr gesprochen, der mich durch das Lager geführt hat. Ein Securitasmitarbeiter sagte, ich dürfe innerhalb der Absperrung keine Fotos machen, auch der war die ganze Zeit dabei. Außerhalb des Flatterbandes dürfe ich fotografieren, so viel ich wolle. Teleobjektiv und Soldat sei dank habe ich hier einige Erklärungen – ergänzt durch das, was ich sonst so gehört habe.

Zwischen den Zelten müssen ausreichend große Rettungsgassen freibleiben. So erklärt sich der Abstand zwischen den Zelten. Im Grunde könnte man auch alle Zelte aneinanderkoppeln und ein gaaaanz langes daraus machen.

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Hier ein Blick in ein halbfertig aufgebautes Zelt. Man sieht sehr gut den Boden, der aus mehreren doppelschichtigen Aluminiumplatten besteht. Sie isolieren gegen Bodenkälte. Das Zelt hat eine Innenhülle aus Gewebe (so wie dickes Leinen muss man sich das vorstellen) und eine Außenplane. Die Außenplane kann mit der weißen oder grünen Seite nach außen benutzt werden. Im Bundeswehreinsatz hat das Tarnungsgründe. Solche Zelte wurden z.B. in Afghanistan eingesetzt und standen dort z.T. 12 Jahre lang. Einige dieser Zelte werden nach der Reinigung jetzt auch wieder eingesetzt.

Im Hintergrund sieht man übrigens die Betten, die bereits geliefert wurden. Die werden jedoch nicht von der Bundeswehr aufgebaut, sondern erst im Anschluss.

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Auf diesem Bild erkennt man das übers Dach gespannte Sonnensegel, das Hitze abhält. Es soll einige Grad bringen. Die Zelte können mit Heizungen/Klimageräten ausgestattet werden. Auch das macht nicht die Bundeswehr; ich habe heute aber gehört, das diese Geräte von der Stadt kommen sollen. Der Anschluss läuft über die runden Öffnungen links und rechts unten in den Zeltecken. Im Einsatz der Bundeswehr befindet sich im Zelt dann auch ein CO2-Messgerät und ein Thermometer. Die Temperatur kann sehr gut geregelt werden, wurde mir erklärt; das Zelt eignet sich für Einsätze bei -20°C. Sie hätten dann das Zelt auf 15° aufgeheizt, aber mehr sei möglich, sicher 28°C, sagte der Soldat zu mir. Man erkennt auf dem Bild hier auch die Fensteröffnungen (Plastikfenster, kann man öffnen, jedes Fenster hat ein Fliegengitter). Auch an der Seite wären Türöffnungen, die bleiben aber in der Regel zu. Im Einsatz verschließen die Soldaten meist alle Tür bis auf eine und dichten das Zelt auch noch mit zusätzlichem Klebeband ab.

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Die Innenhaut sorgt dafür, dass es im Zelt kein Kondenswasser gibt und das Raumklima (dank Klimagerät und pipapo) wohl erträglich ist. Man kann Trennwände in das Zelt einziehen, aber dann wird es ganz schön eng, wurde mir erklärt. Im Einsatz sind 8 Soldaten in einem Zelt und jeder bekommt 2 Bodenplatten. (Kann man vielleicht auf dem letzten Foto hier im Beitrag erahnen). Die versuchen Sie dann ein bisschen abzuteilen, mit Holz oder Stoff. So dass eben jeder ein wenig Privatsphäre hat. Der Soldat, mit dem ich geredet habe, wohnt lieber im Zelt als im Container – und das bis zu 6 Monate lang.

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08. August 2015 von Britta Freith
Kategorien: Fensterblick, Ohlstedt | 4 Kommentare

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