Marsch nach draußen

Dafür gibt’s Experten!

Man kann nicht alles können. Ist auch gar nicht schlimm, so lange es Fachleute gibt! Wer nicht alles selbst macht, sondern die richtigen Leute kennt, lebt ohnehin besser. Das gilt auch für Politiker und ihre Rechner.

Ein Beitrag der Kinderreporter aus dem ARD-Morgenmagazin, geladen über sevenload.


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Dieses verflixte iPhone

Ich will eins – ich will keins – ich will eins – ich will keins – ich will eins – nein, ehrlich gesagt will ich keins! Aber ich beobachte gerne Hypes – sei es der um den neuesten Harry Potter, der weihnachtliche um eine bestimmte Spielekonsole oder eben der ums iPhone. Und gerade habe ich dieses Video der New York Times entdeckt: David Pogues bekommt ein iPhone zum Testen. Und bitte: Besonders das Ende des Films beachten! Denn eins stimmt: Auf dem verflixten Ding ist ein kleiner Apfel… Und Äpfel finde ich einfach toll!

Virtuelle Produkte, echtes Geld

Illustratorrr: Geld

Ich mache keinen Hehl draus: Das Leben in virtuellen Welten erschließt sich mir nicht. Ich kaufe da nicht gerne ein und mir bringt auch das Eis im zweiten Leben kein Spaß. Einzig ein selbst kreierter Gummireifen hat mich mal für 5 Minuten unterhalten – dann allerdings geärgert, denn ich konnte nicht selbst damit ins Wasser springen. Und der blöde Avatar wird ja nicht mal nass. Also steht er (der übrigens eine “Sie” ist) jetzt schon geraume Zeit mit hängendem Kopf in der Gegend herum.
(Mh, wie lange stehen die da eigentlich so herum? Bis alles voll ist? Vielleicht kann mal jemand nachgucken!)

Was ich allerdings verstehe ist, dass man mit virtuellen Gütern Geld verdienen kann. Und warum das so ist, verstehe ich noch besser, seitdem ich vor einigen Tagen einen Beitrag von Sarah Wu auf Techcrunch gelesen habe. Sie erzählt dort von virtueller Ware als nächstem großen Business-Modell.

Von den Beispielen, die sie nennt, greife ich nur mal zwei heraus:

Tencent ist eins der größten Internetportale in China mit mehr als 250 Millionen aktiven Nutzern. Im ersten Quartal von 2007 haben sie über $100 Millionen erzielt – davon stammen mehr als 65% aus dem Verkauf virtueller Produkte.

Habbo Hotel hat mehr als 75 Millionen registrierter Avatare in 29 Ländern erzielt 90% der jährlichen $60 Millionen Dollar mit virtuellen Produkten.

Ja, aber warum denn nur? Nicht etwa, weil man einen fünften Pixelbikini braucht, sondern weil er Zeit spart. Wu erklärt das so: Viele Menschen gehen in diese Welten um zu spielen, einen netten Zeitvertreib zu haben. Sie haben keine Lust Dinge zu bauen, sich Gedanken über Scripts zu machen, sie wolle auch nichts Großartiges erfinden. Am liebsten nehmen sie sogar einen fertigen Avatar, der eine bestimmte Ausstattung hat. Weil das Spielen oder Unterwegs Sein (je nachdem, auf welcher Plattform man sich bewegt) dann mehr Spaß macht. Mit dem investierten Geld sparen sie Zeit – die sie etwa bei Second Life mit albernem Tanzen für 2 Dollar in der halben Stunde verplempern würden.

Faszinierend finde ich besonders, dass es in China mittlerweile Berufsspieler (meist Studenten) gibt, die 12-14 Stunden täglich World of Warcraft spielen. Für einen Charakter, der auf Level 40 gekommen ist, zahlen amerikanische Spieler bis zu $900! Eine seltsame Art chinesischer Selbstversklavung, wie ich finde, aber immerhin offenbar freiwillig.

Lust und Langeweile

Manche Menschen haben den tollsten Beruf der Welt. Die Glücklichen. Sie machen genau den Job, den man selbst auch machen will.

Welcher das ist? Ganz egal. Es ist der Beruf, für den sie morgens fröhlich aufstehen, der sie antreibt, der sie erfüllt, für den sie gerne länger machen. Eine Aufgabe, für die sie neue Sachen erfinden, sogar nachts noch mal das Licht anmachen, weil ihnen etwas Tolles eingefallen ist. Der “Mir-geht’s-einfach-gut”-Job.

Meiner Erfahrung nach sind es am ehesten Selbstständige, denen es so geht. Auch Ärzte und Wissenschaftler habe ich schon getroffen, die mit derartigem Verve an die Sache herangehen. Im Gegenzug kenne ich einen (gut bezahlten) leitenden Angestellten, der mit Anfang 40 die Tage bis zur Rente zählt. Wie trostlos!

Natürlich gibt es verschiedene Ursachen, warum jemand seinen Job nicht mag. Eine kann wirklich tödliche Langeweile sein. Entweder, weil man sich von vornherein für die falsche Aufgabe entschieden hat oder auch, weil man im Laufe der Zeit nichts Neues mehr lernt, aber so dringend eine Herausforderung bräuchte. Wenn diese aber nicht kommt, kann es bitter werden. Darüber gibt es sogar ein Buch: Diagnose Boreout heißt es, geschrieben haben es die Schweizer Philippe Rothlin und Peter R. Werder, Redline Wirtschaftsverlag.

Diagnose Boreout

Ein Boreout hat drei gemeinsame Ursachen: Unterforderung, Desinteresse und Langeweile. Die Symptome sind teilweise ähnlich wie die eines Burnouts: Unzufriedenheit, ständige Müdigkeit, man hat zu nichts mehr Lust.

Die Crux bei der Sache: Wer gibt schon gerne zu, dass er seinen Job sooo öde findet, dass er dabei zügig einschläft? Also täuschen viele vor, intensiv beschäftigt, ja sogar gestresst zu sein – wie sehr das erstmal stressen muss, ist einfach vorzustellen.

Das Buch handelt von Angestellten, aber ich finde es auch für Selbstständige interessant. Mitunter macht man nämlich eine Arbeit so lange, dass man jede Facette kennt. Dass auch der spannendste Auftrag nichts Neues mehr bringt. Vielleicht ruft jemand an mit einem großen Projekt, bei dem man vor 10 Jahren noch unter der Decke gehangen hätte vor Aufregung – und plötzlich sitzt man da, spult den Ablauf runter, gähnt kurz ein bisschen weniger, um sich dann doch wieder das Kissen auf dem Schreibtisch zurecht zu rücken.

Passiert das öfter, sollte man ziemlich dringend etwas ändern!

Geld ist dabei natürlich ein Argument: Wieso sollte man die ertragreiche Kuh in die Wurst jagen, wenn man doch nicht weiß, ob die junge ebenso viel Milch gibt? Da bin ich heute in Elkes Blog auf das Thema “Wie wird man erfolgreich?” und einen hübschen Film gestoßen. Richard St. John hat die Antwort auf die Frage “Welche Wege führen zum Erfolg?” – generiert aus einer Umfrage unter 500 Erfolgreichen. Die Frage könnte genau so gut lauten: Welche Wege führen zum beruflichen Glück?

Wenn’s nämlich zu öde wird, sollte man dafür sorgen, dass man das Feuer wieder ankriegt. Dass man mal wieder anfängt zu brennen, anstatt zu gucken, ob Pacman auch auf OS X läuft. Das einzige Argument dagegen ist eigentlich die Trägheit – neue Wege gibt’s doch echt an jeder Kreuzung!

Warum Kreativität kein Zufall ist

Wir könnten so viel einfallsreicher sein, wenn wir nicht so viel essen würden! Und eine deutschlandweite Telefonsperre von 10 bis 11 Uhr vormittags könnte enorme Kreativität freisetzen. Das jedenfalls erklärt der Hirnforscher und Psychologe Ernst Pöppel heute im Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Die Vorstellung das “ein ganzes Land still ist und denkt”, wie es in dem Artikel heißt, finde ich sehr faszinierend. Eine ganze Stunde, in der Millionen Menschen über neue Möglichkeiten nachdenken.

Weitere erfreuliche Erkenntnis Pöppels: Man sollte beim Arbeiten aus dem Fenster sehen können. Und zwar nicht nur, um nicht geistig im Raum eingesperrt zu sein. Dadurch, dass man hinausguckt, ist man auf der anderen Seite im Raum verankert und erlebt eine größere Sicherheit. Sicherheit ist nach Pöppel ohnehin ein wichtiger Faktor für die Kreativität: Ein vertrauter Schreibtisch, ein fester Arbeitsplatz, der auch ruhig ein bisschen unordentlich sein darf – das deutet nämlich auf Flexibilität hin.

Was ich mir vorher so noch nicht vor Augen geführt hatte: Kreativ zu sein heißt erstmal überhaupt nichts. Ich kann den ganzen Tag über wahnsinnig kreativ sein – es wird nichts nützen, wenn die Ideen dann in der Schublade verrotten. Der nächste Schritt muss das Einbeziehen der anderen sein, sie müssen die Ideen aufnehmen und dann müssen sie umgesetzt werden. Da beginnt dann die Innovation.

Und – auch schön – der kreative Gedanke stammt immer von einem einzelnen, auch wenn man in der Gruppe zusammen sitzt. Aber die entscheidende Idee hatte einer allein. Vielleicht sollte man darauf aber nicht zu viel Zeit verschwenden, wenn man wirklich weiter kommen will.

Den ganzen Artikel gibt’s hier oder gedruckt im SZ-Magazin (das sich sowieso immer wieder lohnt).

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