Marsch nach draußen

Shopping and Eating Out in London Teil 2

Ich weiß nicht, warum es immer noch so viele Leute gibt, die sich vor Schadenfreude auf die Schenkel klatschen, wenn ich erzähle, dass ich wegen des Essens nach London will. Vermutlich ist London die kulinarische Hochburg Europas. Das Essen ist dermaßen vielfältig und authentisch… besonders, wenn man in die etwas dezentralen Stadtteile fährt. Das hab ich bei meiner Londontour leider nicht geschafft, weil fünf Tage viiiiel zu wenig dafür sind. Überhaupt habe ich viel zu wenig geschafft – aber ich habe deshalb mehr als einen guten Grund bald wieder hinzufahren. So lange der Wechselkurs derart genial günstig ist…

Ein unbedingtes Muss ist für mich übrigens immer ein Supermarkteinkauf. Tesco oder
Sainsburys sind schon fein. Ich wünschte, ich hätte das Angebot an frischen Fertigprodukten aus dem Kühlregal in Deutschland zu Mittag. Das gibt es hier nicht ansatzweise. Und die wunderbaren kleinen Chipstüten natürlich auch nicht.

Aber ich war in Restaurants. Eins habe ich gefunden, als ich unbedingt noch in die Regent Street wollte. Aber da ist es natürlich laut und lärmig und Sitzen an der Straße ist auch eher Fehlanzeige. Also habe ich mich in eine parallele Seitenstraße geschlagen und diesen Schatz hier gefunden, der im Oktober 2008 aufgemacht hat:

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In der kleinen Heddon Street, die eher ein Hinterhof ist, sind gleich mehrere Restaurants, zum Teil mit beschürzten Kellnern davor. Das Tibits wird von sechs Schweizern geleitet, ist rein vegetarisch und kein bisschen langweilig. Man nimmt die Sachen von einem Buffet und bezahlt nach Gewicht.

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Fürs Dach überm Kopf gibt es drinnen auch viele nette Plätze zum Sitzen. Der Stil ist eine Mischung aus orientalisch und asiatisch - um überhaupt eine Stilbeschreibung zu finden.

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Hierfür habe ich 6,90 GBP bezahlt - fair. Ein halber Liter Wasser kostet 1,90 GBP

Tibits

Klar, auch in London ist – wie überall auf der Welt – die Ketten-Seuche ausgebrochen. GAP, H&M, Habitat, Zara… ich kann’s echt nicht mehr sehen. Aber es gibt eben diese vielen Besonderheiten, wie dieser traditionelle Stoffladen.

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99 Regent Street, London Mayfair. Indischer Besitzer, gegründet Achtzehnhundertirgendwas.

Mein halbwüchsiger Begleiter hat übrigens nur einen Tag gebraucht, um sich anständig auszustaffieren. Anständig meint hier: So, wie er es für modisch richtig hielt. Das hatte zur Folge, dass sich viele Menschen nach ihm umdrehten, auf ihn zeigten und ihn sogar fotografierten. Nicht, weil er lächerlich aussah. Er war schlicht die coolste Sau in der Touristenmasse.

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Cap vom Straßenhändler, Sonnenbrille und Pullover von Gap, Tasche H&M, Hose und Polo von Zara, Krawatte 2nd Hand. Der Begleiter ist noch in einem Alter, in dem ihn der Peergroup-Druck in die Ketten treibt. Außer er probiert gerade Armani bei Harrods an. Dass Sakko für 241 GBP wollte ihm die Chefbegleiterin, der er entkommen war, aber nicht kaufen. Ach.

Ja, wir waren in der Portobello Road. Aber ich hatte die anders in Erinnerung. Vielleicht war ich früher auch an besonderen Flohmarkttagen da, weiß ich nicht mehr. Gute Second-Hand-Klamotten und auch neue Sachen haben wir in einem kleinen Stück Straße zwischen der Tube Station Notting Hill Gate und der Portobello Road gefunden. Da gibt es auch einen guten Buchladen.

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Dieser Laden ist in dem kleinen Stück Straße, das ich meine. Pembridge Road heißt sie. Der halbwüchsige Begleiter hat übrigens, seitdem er noch ein winzwüchsiger Begleiter war, einen ernsthaften Kopfbedeckungs-Tick. Einen Mode-Knall sowieso. Aber das erschloss sich wohl bereits. Direkt um die Ecke der Pembridge Road ist die Kensington Park Road, die ist gesteckt voll mit Antiquitätengeschäften. Das nächste Mal gehe ich da hin.

Viele finden ja, es gibt bessere Kaufhäuser als Harrods. Berlinessa zum Beispiel findet, wenn nach London, dann muss man ins Liberty. Ich hab nur bei Selfridges die Jubiläumsschaufenster angeguckt. Harvey Nichols, das Stammkaufhaus von Prinzessin Di, hatte ich in besserer Erinnerung. Mein Held bleibt Harrods. Allein die Antiquitätenabteilung! Der Billardtisch für 1.000.000 GBP zu Ehren von Königin Victoria. Jede Antiquität mit einem detaillierten Erklärungsschild wie im Museum. Das ist schon super.

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Original-Filmplakate gerahmt für schlappe und knappe 4000 GBP.

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Und mehrere Quadratmeter Kunstausstellung mit Schautafeln. Kannste alles kaufen.

Die Food-Hall bei Harrods ist berühmt, die Pralinenauswahl unschlagbar. Enttäuscht wurde ich allerdings bei den Parfums: Obwohl vorhanden, war man nicht in der Lage den neuen Sommerduft von Kenzo zu demonstrieren. Es gab keinen Tester, war die Begründung, aber es gab einen Haufen verschlossener Flaschen. Entweder riecht das Zeux scheußlich, oder die hatten’s echt nicht nötig. Aber sie waren unbedingt höflich und haben sich tausendfach entschuldigt. Flasche aufdrehen wäre besser gewesen.

Darum featurere ich hier also die Foodhall von WholeFoods – alles ökologisch. Wieder eine Kette, eine amerikanische. Alles wow, schon die Präsentation.

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Aaaallerdings: Die Meringue waren längst nicht so gut wie in Frankreich. Innen noch etwas feucht. Hab ich in Frankreich noch nicht erlebt. Trotzdem lohnt diese wunderbare Auswahl im Barkers Building in Kensington.

Von der Sushiqualität überrascht wurde ich bei Wasabi. Ein Selbstbedienungs-Sushi-Restaurant, das eine Optik hat, wie in Sterilium getaucht. Hier gibt es an der Theke auch warme Gerichte, die ich leider nicht probiert habe. Die Sushi jedenfalls waren richtig gut – und das für einen vergleichsweisen Spottpreis.

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Etwas gewöhnungsbedürftig war allerdings das umständliche Auswickeln der einzeln in Zellophan verpackten Nigiri und Maki. Ich glaub, ich hab noch nie so viel Müll beim Essen gemacht. Ich war in der Filiale schräg gegenüber von Harrods, wenn ich mich richtig erinnere. Aber es gibt viel mehr.

Noch ein schneller Sprung rüber zur Towerbridge. Dort hatten wir nämlich ein überraschend gutes Mittagessen in einem Eck-Pub. Den Namen weiß ich leider nicht mehr. Draußen war ein “Fish and Chips”- Schild, aber es gab auch Thai-Food und Risotto – prima. Und zwar ist es in der Tower Bridge Road, wenn man auf dem anderen Ufer des Towers ist und ca. 300 Meter von der Brücke weg geht auf der linken Seite.

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Unbedingt probieren, wenn man Ingwer-Fan ist: Ginger Beer. BEER, nicht Ale. Richtig klasse, kannte ich noch nicht.

Shopping and Eating Out in London Teil 1

Die Nächsten fahren nach London, fragen an und ich muss mich mal mit meinen Nachträgen beeilen. Puh, hoffentlich kriege ich alle Adressen zusammen. Sonst: Artikel ausdrucken und an den entsprechenden Orten suchen. Klappt schon.

Ich war bestimmt nicht an den hippsten Orten, zumal der halbwüchsige Anhang auf exzessives Sightseeing der üblichen Anlaufpunkte bestand. Changing of the Guard und so. Auf diese Weise habe ich, die ich doch sogar in London gepraktikumt habe, erstmals Buckingham Palace und Tower gesehen.

Aber ich musste nach Chinatown um da billig und gut zu essen. Und jetzt? Hab ich die Adressen der Restaurants irgendwo hingestopft. Also: Nicht in der Hauptstraße durch Chinatown essen gehen (außer Gebäck, das ist lustig) und nicht den Koberern folgen. Egal, ob in Barcelona oder London, wo gekobert wird, ist was faul. Außer bei Restaurant drei mit dem frischen Fisch im Fenster. Dem traue ich. Und wenn ich die Adressen wiederfinde, trag ich sie auch nach.

Unser erstes All-You-Can-Eat China Restaurant. Etwas teurer als die Nummer zwei, aber definitiv authentischer. Das typische Buffet habe ich leider erst im Nachhinein durchs Fenster fotografiert. aber daher könnt ihr es jetzt wieder finden. Man sitzt nicht so kuschelig wie in der Nummer zwei, aber ich habe die frittierten Algen mit Sesam sehr gemocht. Mit dem frittierten Toastbrot, ein anscheinend typisch englisch-chinesischer Kompromiss, konnte ich mich allerdings in keinem der Läden anfreunden. Auch Pommes brauch ich beim Chinamann nicht. Aber nun gut, dafür kostet das alles nicht die Welt und ich muss diesen Mix-Kram ja nicht essen.

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Mit Glück wird hier eine Adresse nachgepflegt.

China-Buffet-Zwei.
8,80 GBP für Erwachsene und 4,40 für Kinder. Dafür gibt es sogar Sushi. Die sind zwar nicht chinesisch, waren aber frisch, wenn auch nicht sonderlich originell. Aber alles darf man bei diesem sensationellen Preis nun wirklich nicht erwarten. Ganz lustig übrigens: Auf der Speisekarte steht, dass sie sich vorbehalten, einen nach einer zu langen Essenspause oder generell zu langer Verweildauer einfach vor die Tür zu setzen. Aber ich war nach drei Tellern ohnehin pappsatt.

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Dieses war mein erster Gang.

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Dies der zweite.

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Und das mein Nachtisch. Wobei es sich bei den kokosumhüllten Würfeln leider nicht um die typischen asiatischen Kokos-Agar-Agar-Süßspeise, deren Namen ich nicht weiß, handelte, sondern um schnöden europäischen Wackelpudding. Auch der 'tossed salad' ist natürlich alles andere als stilecht. Aber die Chinesen in London sind beim Essen wie die alten Römer mit ihren Göttern: Was irgendwie passt, wird eben adaptiert.

Das folgende chinesische Restaurant habe ich leider erst entdeckt, als ich schon so vollgestopft war, dass ich nicht mehr papp sagen konnte. Es hatte gerade vor einer Woche aufgemacht und ich fand die frischen Fische im Schaufenster extrem überzeugend. Ist auf meiner Agenda beim nächsten Londonbesuch. Vielleicht eher im Herbst, denn die dunkle, grafische Holz-Leder-Einrichtung kommt an einem nebligen Wintertag sicher besonders gut. Schöner West-Asia-Mix.

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Auch hier sollte eine Adresse folgen.

Wer ein bisschen durch Chinatown stromert, findet problemlos Läden, die traditionelle chinesische Medizin (TCM) anbieten. Wie fast alles in Chinatown ist die Beschriftung auch hier so gut wie durchweg chinesisch – nur für Viagra gibt es vielleicht kein Schriftzeichen.

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Die Adresse dieses qualifizierten Vertriebs habe ich leider nicht erfasst.

Dieser Laden hier behauptet von sich (bzw. die Besitzer sagen das wohl) er sei der weltgrößte Karten- und Reisebuchhändler. Die können ja viel behaupten, Jedenfalls ist dieser Buchladen echt große Klasse. Ich habe hier ein weltbestes Buch über italienische Hotels, ein Reisewörterbuch nur mit Piktogrammen (verschenkt an die wunderbare Lilian) und ein Buch über die wirklichen Landkarten der Welt erstanden – und sie alle sind super.

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Die drei Etagen von Edward Stanford sind in London WC2E.

12-14 London Acre.

Ja, und bei Francis Edwards habe ich mich selbstverständlich festgefressen. Ich habe bestimmt eine Stunde lang in einem Ledersessel gesessen und ein Buch gelesen, dass ich mir unbedingt noch besorgen muss – leider reichte an dem Tag das Geld nicht mehr.

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Dieser Edwards ist in London, natürlich in der Charing Cross Road. Aber das richtige Ding ist offenbar in Hay on Wye, the Town of Books. Ebenfalls in meinem Notizbuch.

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Drinnen. Einer von drei bis vier Räumen oben; im Keller geht es weiter. Wie in so gut wie allen antiquarischen Bookshops in London. In diesem hält sich sogar der Schimmelgeruch zurück.

Alexander Furnishings, nördlich der Oxford Street, hat es mir angetan. Geile Tapeten. Leider haben sie kein Musterbuch rausgerückt – ich hatte so auf neue Bilder an meiner Wand gehofft. Aber sie haben mir erlaubt, alles zu fotografieren – was ich auch hingebungsvoll getan hab.

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51-61 Wigmore St
London, W1U 1PU

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Das Ding in einem Rahmen - jahaha...

Dieser Laden hier, in der Marylebone Lane, gleich um die Ecke von den Tapeten und Vorhängen, ist mein heimlicher Favorit. Allerdings war der Provider von British and Foreign Provisions so voll mit Geschäftsleuten, dass wir lieber ganz schnell wieder rausgegangen sind. Wer’s authentisch will, kann hier auf alle Fälle ganz, ganz super Mittag essen. Lohnt sich bestimmt, ganz toll.

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Die genaue Adresse weiß ich nicht, aber Marylebone Lane reicht wohl.

Eher für die Mädchen unter uns: Schleifen und Tutu. Auch so Sachen, die man auf Hüten drapieren kann, falls es nach Ascot geht. VV Rouleaux heißt der Shop, der Ribbons, Trimmings und Braids führt.

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54 Sloane Square oder, wie in diesem Fall, 102 Marylebone Lane, London W1U

Zum Schluss noch ein Sprung in die Oxford Street. Vegan kennen wir ja eher als Ernährungsrichtung. Die Briten und Amis haben aber auch gerne ihre Kosmetik so. Und die indischen Döschen, die ich immer in Verdacht hatte von zarten Kinderhänden gebastelt geworden zu sein, sind angeblich “fair trade”. Allein die Deko lohnt schon einen Besuch. Ist an dem Ende der Oxford Street, der fast bei Selfridges ist – ich hab versäumt, den genauen Namen und die Adresse aufzuschreiben. Findet man aber, Eckladen.

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Dieses Lemon Melt Zeug roch echt lecker und fühlte sich auch gut auf der Haut an. Aber ich kauf sowas nicht, weiß auch nicht.

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Einfach ein Fest für kosmetikpackung-müde Augen.

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Und die Döschen kann man ja weiterverwenden. Der schenkende Mann kann mit den Augen plinkern und sagen: 'Ich hab total nachgedacht beim Kaufen'

Teil 2 möglichst bald in diesem Theater!