Der Garten der Güthoffs

Ruhe, Landschaft, Grün: Das sind die unübersehbaren Vorteile von Mecklenburg-Vorpommern. Ich fahre gern hin, um etwas aufzutanken. Weiteres Plus: In der Regel bin ich dort wirklich offline. Kein Wlan, kein Handyempfang. Lohnt sich vielleicht nicht für die Netzbetreiber, wo die Einwohnerzahl seit Jahren rückläufig ist. Ganz egoistisch finde ich, dass das so bleiben darf. Das ganze Bundesland sollte zum Refugium für gestresste, onlinestrapazierte Ballungsräumler werden.

Im Juni habe ich nicht nur die Landschaft, sondern auch das Wochenende der offenen Gärten in MVP genossen. Wobei ich maximal zwei Gärten am Tag angucken kann. Ich gehe zu gern ins Detail, mehr werden mir dann zu viel. Und immerhin brauche ich zwei Monate, um endlich darüber zu schreiben – zeigt auch, dass ich mir mit dem Verarbeiten lieber Zeit lasse.

Der Garten von Eva Güthoff  hat häufig geöffnet, zumindest in Teilen. Das liegt daran, dass die Künstlerin zusammen mit ihrem Mann Gerhard eine Galeriegemeinschaft auf dem ehemaligen Kutschhof geschaffen hat. Hier gibt es Ateliers, Ausstellungsräume und an Feiertagen, wie in der Adventszeit, kleine Märkte mit Kunst und Kunsthandwerk. Es kommen sogar gelegentlich Ausflugsbusse hierher, wenn auch in Maßen.

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Gerhard Güthoff war früher Lehrer; als Pensionär nimmt er sich sich neuerdings Zeit für Fotos, hat sogar schon einmal ausgestellt. Seine Frau hat ihn dazu ermutigt. Sie gibt auch die Richtlinie für den Garten vor – zumindest behauptet er das. Doch so, wie er von Kompost, Hochbeeten und Pferdemist spricht, ist ganz klar, dass er mehr als nur ein Händchen in dem Paradies an der Warnow hat. Vielleicht stimmt es so: Eva Güthoff ist für die Kunst und die Blumen zuständig, ihr Mann für die bauliche Umsetzung. Offenbar eine gute Kombi.

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Also, dann mal los in den Garten! Ein wucherndes Paradies an der Flußniederung. Alles aus Holz besteht aus alten Eichenbalken, nicht, wie ich erst dachte, aus ausrangierten Eisenbahnschwellen. (Die sind ja auch hochgiftig.)

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Es gibt Zonen der Erholung und Zonen mit Nutzgarten. Umbauen ist genau so normal wie historische Baumaterialien. Die Ziegelsteine stammen von einem abgerissenen Kamin.

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Tresen, Grill, Regal oder einfach nur hübsch: Die Funktion kann sich schnell ändern!

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Dies jedenfalls ist ein Drachen. Oder…?

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Hier werden die alten Ziegelsteine zur Mauer eines Gemüsegartens.Wenn die Rose erstmal den Bogen umrankt hat, bildet sie die duftende Eingangspforte.

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Das schmale Hochbeet ist gleichzeitig ein Zaun, die Pforte führt auf die junge Streuobstwiese.

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Hochbeete baut Gerhard Güthoff inzwischen schmaler als früher, so wie das im oberen Bild. „Man muss ja auch gut an die Mitte herankommen!“ Auf sein erstes Beet muss er steigen, damit er alle Pflanzen erreicht.

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Hier kann man auch sehen, wie gut abgelagerter Pferdemist düngt. Gerhard Güthoff schwört drauf. Erstmal die Mickererdbeeren: Drei Jahre alt, sie müssen raus.

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Und das sind die Ableger vom vergangenen Jahr, gewachsen auf Pferdemist. Wirkt!

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Der edle Spender bekommt auf dem Hof sein Gnadenbrot. Jago ist schon 35, zwei Ponys (auf dem Foto gerade im Offenstall) leisten ihm Gesellschaft.

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Überall auf dem Hof entdeckt man Kleinigkeiten – manches schmückt ganz unbeabsichtigt.

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Die Kräuterspirale ist mittlerweile eher eine Minzspirale – aber was für eine! Wann immer Eva Güthoff eine neue Minzsorte findet, darf diese hier wuchern bis sie ein bisschen für die nächste rücken muss.

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Der Tipp der Künstlerin: Sie pflanzt insbesondere Minzen, aber auch andere Pflanzen in Zinkwannen und andere dekorative Gefäße, die sie dann verschenkt (oder verkauft). Zusammen mit ihren Töpfereien richtige Hingucker:

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Manchmal tun es auch ein paar abgepflückte Rosenblüten:

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Überhaupt, Rosen: Eva Güthoff liebt sie. Zu gern kauft sie hübsche Sträuße davon, knipst nach der Zeit in der Vase die Blüten ab, schneidet den Stängel frisch an und steckt diese Abschnitte ins feuchte Beet. Am besten klappt das im Frühling.

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Nicht überall muss viel wachsen. Die Augen mögen hin und wieder auf klaren Flächen ausruhen. Zu gucken gibt es doch genug!

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Ach, und dann der Herbst: Auch im Haus und in der Galerie muss es Deko geben. Vorher kann man die Mohnkapseln ja über den Beeten ausschütteln: doppelte Freude garantiert!

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Öffnungszeiten:
Nach telefonischer Absprache.

Kontakt:
Atelier Eva Güthoff
Dorfstraße 8
18249 Eickhof
Telefon: 0171/ 5 06 70 53

07. August 2013 von Britta Freith
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