Einseitige Gespräche (10)

Gerade fahre ich wieder öfter U-Bahn. Die Leute telefonieren glücklicherweise immer noch. Manchmal schreibe ich mit.

Hier bei: rotkariertes Hemd, schwarze Mütze, augenscheinlich deutlich unter 20.

 

Hallo J., Ich bin jetzt – ich hab die Bahn noch bekommen, ich fahr jetzt zu dir. Trabrennbahn.

Ich war ja da, sie hat gesagt, ja das geht nicht, da brauchst du ne Stellungnahme, damit ich das Geld vom Arbeitsamt bekomme. Das hab ich jetzt gemacht, ich war jetzt da, hab die Stellungnahme jetzt bekommen. Da krieg ich sogar von Februar noch das ganze Geld.

Ich kann mich nicht arbeitslos melden, weil ich meinen Ausweis nicht hab. Jetzt hab ich nen vorläufigen für 10 Euro.

Das muss ich jetzt alles im Februar noch schaffen, auch mit der Wohnung und so.

Nein, ein vorläufiger kostet zehn Euro bei den Knechten da.

Du Opfer.

Ja, mh, warte… ich bin 13:59 da.

Ja, hol mich mal ab, hab mal nen Joint – lass mal ne Zigarette drehen.

Ja, ich muss auch noch duschen.

Ja, bis gleich.

Ja, mach mal. Bis später.

Ciao..

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Mehr einseitige Gespräche? Hier entlang.

23. Februar 2016 von Britta Freith
Kategorien: In der U-Bahn | Schreibe einen Kommentar

Das Märchen von den zwei Musikern

Es waren einmal zwei Musiker. Sie waren Freunde und es ging ihnen gut. Sie waren angesehen, wurden auf der Straße angesprochen, verteilten Autogrammkarten. Was Prominente eben so tun. Wenn man das Radio andrehte, war die Chance groß, das gerade ein Lied von einem der beiden lief. Jeder wohnte in einem schönen Haus, hatte eine hübsche Frau und drei wunderbare Kinder. Sie waren glücklich.

Eines Tages kamen Männer und sagten, sie sollten keine Musik mehr machen. Musik sei böse. Wer an Gott glaube, dürfe keine Musik machen. Sie würden künftig darauf aufpassen, dass die Musiker still blieben.  Wenn sie nicht still blieben, würden die Männer wiederkommen, und es würde etwas Schlimmes passieren.

Die Musiker wollten nicht einsehen, was ihr Glaube an Gott mit Musik zu tun haben sollte. Sie musizierten weiter und die Menschen hörten sie an. Da kamen die Männer wieder und wurden deutlicher. Wenn die Musiker nicht aufhörten, würden sie eben umgebracht. Vielleicht würden auch ihre Kinder und ihre Frauen umgebracht. Um es ganz klar zu machen, gingen die Männer auch zu allen Verwandten der Musiker, zu den Schwestern und Brüdern, den Eltern, den Cousinen und Cousins. Sie sagten der ganzen Verwandtschaft, dass sie dafür sorgen sollten, dass die Musiker endlich mit der Musik aufhören. Und wenn sie nicht dafür sorgten, würden sie auch umgebracht.

Die Musiker bekamen es mit der Angst. Es war so, dass es immer häufiger Autobomben in dem Land gab. Läden wurden angezündet, verwüstet oder in die Luft gesprengt, weil dort Musik verkauft wurde. Irgendwann waren die Drohungen der Männer so ernst zu nehmen, dass beide Musiker zu ihren Familien sagten: Wir müssen los. Wir können nicht hier bleiben, sonst sterben wir alle. Der Weg, den wir vor uns haben, ist gefährlich, aber es ist so viel gefährlicher hier zu bleiben, dass wir genau so gut gehen können. Dann haben wir wenigstens eine Chance.

Das Land, in dem die Musiker wohnten, war von hohen Bergen umgeben. Wie das in Märchen so ist, konnten sie über die Berge kein Flugzeug nehmen, sondern mussten zu Fuß gehen. Und auch ein Stück in einem kleinen Boot über das Meer fahren. Obwohl sie das Geld für ein Flugticket locker gehabt hätten. Aber in den Ländern, in die sie gern geflogen werden, gab es Regierungschefs, die fanden, zu Fuß gehen sei besser. Vielleicht, weil die Musiker keine Regierungschefs waren und keine Soldaten – die durften nämlich auch mit dem Flugzeug fliegen.

Wie auch immer: Der eine Musiker ging mit seiner Frau und seinen drei Kindern zuerst los. Er bezahlte dafür sehr viel Geld, mehrere tausend Euro pro Person – viel mehr als Flüge gekostet hätten. Unterwegs wurden er und seine Familie geschlagen, er sah andere Menschen sterben, auch Frauen und Kinder. Der Weg durch die Berge war hart und schwer. Es waren feindliche Soldaten in den Bergen. Wenn ein Kind nachts schrie, wurde es manchmal von einem Soldaten erschossen. Aber vielleicht gehört auch das zu einem Märchen dazu.

Der andere Musiker ging ebenfalls mit seiner Frau und den drei Kindern los. Auch er bezahlte viel Geld und nahm einen ähnlichen Weg. Wenn es eine Gelegenheit gab, schrieben sich die beiden Musiker über ihre Smartphones Nachrichten. Sie schickten sich Bilder aus den Bergen, aus Zelten. Sie lachten und winkten auf den Bildern zusammen mir ihren Kindern und Frauen, auch, wenn es ihnen eigentlich gar nicht so gut ging. Aber sie waren ja glücklich, sich gegenseitig zu sehen.

Der erste Musiker erreichte mit seiner Familie endlich ein sicheres Land. Er kam in ein Lager, das hieß Erstaufnahme. Er wohnte dort in einem Zelt mit seiner Familie und anderen und wartete auf seinen Freund. Während er wartete, bekamen seine Kinder sogar von netten Menschen Weihnachtsgeschenke. Der Musiker begann wieder zu komponieren und spielte manchmal sogar auf einem Keyboard, das ihm jemand geschenkt hatte. Er machte Pläne für seine Kinder. Er erzählte seinem Freund davon und wartete.

Der zweite Musiker freute sich trotz aller Strapazen schon auf ein Wiedersehen. Er hatte mit seiner Familie noch  Weg vor sich. Das Meer war noch nicht überquert, eine große Herausforderung. Er wusste das, aber zu Hause war es eben noch gefährlicher.

Was soll ich sagen? Der zweite Musiker ist wieder nach Hause zurückgefahren, als er das Meer überquert hatte. Zwei seiner Kinder und seine Frau sind auf dem Weg ertrunken. Das überlebende Kind hat er mit in sein Heimatland genommen. Er weint nur noch. Er macht keine Musik mehr.

Leider ist dieses Märchen wahr.

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06. Januar 2016 von Britta Freith
Kategorien: Flüchtlinge, Ohlstedt, Texte | 1 Kommentar

Flüchtlingshilfe: Freiwillige müssen bezahlt werden

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Vor einigen Wochen habe ich davor gewarnt, dass die freiwilligen Helfer ermüden werden. Damals wurde mir vorgeworfen, ich würde die gute Stimmung schlechtreden. Warum ich so typisch deutsch nur das Negative sehen würde. Nun ja, ich finde es ganz gut, einen Schritt zurückzutreten und ein größeres Bild zu haben. Manches ist so voraussehbar, weil es so natürlich ist. (ergänzende Fußnote: Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?)

Natürlich haben mittlerweile immer weniger Leute Zeit zum Helfen. Und natürlich wird das Flüchtlingsproblem nicht kleiner. Hannah Vogelsang alias Emma aus Hamburg schickt deswegen einen Hilferuf vom Hauptbahnhof. Hier betreuen Ehrenamtliche seit Wochen rund um die Uhr mit enormem Einsatz ankommende und durchreisende Flüchtlinge. Nur: Es geht nicht mehr so weiter wie bisher. Neue Helfer müssen her.

(Hier war ursprünglich ein Y0utube-Video verlinkt, das viel in den Medien herumgereicht wurde. Die Verfasserin hat ihre Version entfernt, darum verlinke ich jetzt auch nicht mehr auf Kopien dieses Videos.)

Hier ist nicht nur die Stadt Hamburg, sondern auch die Bundesregierung gefragt. Die Regierungen klagen, dass das Personal fehlt, sie sich aber über die Ehrenamtlichen freuen. Falsch gedacht: Die Ehrenamtlichen sind das Personal. Erst, wenn sie so wahrgenommen und auch bezahlt werden, bekommen wir die derzeitige Lage langfristig in den Griff, sorgen für lebenswerte Unterkünfte, Integration und Fortbildung für die Flüchtlinge. Dabei geht es in diesem Fall nicht um eine Steuerermäßigung oder einen Zuschuss für das Ehrenamt. Es muss ein anständiger Einkommensausgleich her.

Es kann doch nicht sein, dass Menschen ihre Jobs sausen lassen, weil sie die menschlichen Tragödien nicht ertragen, aber selbst am Ende nicht mehr genug Verdienst haben. Es kann doch nicht sein, dass Hilfsbereitschaft und Anstand zu Armut und Burnout führen und wir in Deutschland letztlich zwei Probleme haben: Die hoch traumatisierten Neuankömmlinge und völlig kaputte Helfer. Das ist es aber, was passiert – oder die Freiwilligen sagen stopp, helfen  nicht mehr, und wir haben ein riesiges Verwahrlosungsproblem unter den Flüchtlingen.

Praktisch kann ich nur vom Kleinen aufs Große schließen: Wären die Ehrenamtlichen nicht, gäbe es in der rund 400 Bewohner starken Unterkunft bei uns in Hamburg-Ohlstedt seit Mitte August nichts außer Zelte und Essen. Keine Kleidung, keine Kinderbetreuung, keinen Deutschunterricht. Hier würden zwischen 300 und 400 Menschen vor sich hin vegetieren, wenn sich die Anwohner nicht kümmern würden. Denn das Nötigste sind nach Auffassung der Vewaltung Bett und Essen – was braucht es denn mehr? Ist doch nur eine Zentrale Erstaufnahme, es soll doch demnächst weiter gehen.

Viele der Zeltbewohner sind  nun fast drei Monate hier. Wie wären denn drei Monate ohne frische Kleidung gewesen – abgesehen von ziemlich kalt, nur mit Badelatschen und T-Shirt bekleidet? Wie viele dieser Menschen könnten denn schon etwas Deutsch? In Ohlstedt sind es mittlerweile ziemlich viele und viele davon machen große Fortschritte. Ohne Ehrenamtliche: Fehlanzeige! Die ca. 50 Kinder würden wahrscheinlich Löcher in den Schotter auf dem Platz bohren und irgendwann durchdrehen – genau wie die Erwachsenenen. Ich bin so froh, dass es die Ehrenamtlichen gibt!

Die spontan enstandenen Helferstrukturen sind ungemein leistungsfähig. Neben den mehreren hundert Helfern in Ohlstedt sehe ich das am Hauptbahnhof, im Bargkoppelstieg, in den Messehallen, in Bergedorf… ach, überall in Hamburg. Die Stadt setzt Koordinatoren ein, die den Kontakt zu den Freiwilligen verstärken sollen. Eine oder einen pro Bezirk. Der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Bezahlt lieber die Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe! Sorgt dafür, dass sich niemand Sorgen machen muss, am Ende des Monats genug auf dem Konto zu haben, nur weil sie oder er Flüchtlingen hilft und gerade weniger fürs eigene Wohl arbeitet.

 

04. November 2015 von Britta Freith
Kategorien: Flüchtlinge, Ohlstedt | 3 Kommentare

Listentypen

Listen, Gruppen, Chats… Wer ausgiebig in diesem Internet unterwegs ist, trifft immer wieder auf unterschiedlichste Plattformen, auf denen sich Menschen austauschen. Manche machen das in Blogkommentaren (Das Wiederbeleben ist gerade en vogue.), andere in Facebookkommentaren und wirklich spezielle Typen mit besonderen Themen nutzen tatsächlich noch eine der Urformen zum Austausch: das Forum. Für die jüngeren oder nicht so netzkundigen Leser: Foren sind häufig themenbezogene Gesprächs- oder Arbeitsgruppen, denen man sich anschließen kann. Es gibt sie für Schafhalter, Gamer, Antiquitätensammler… Viele Foren sind schon richtig alt, halten ein großes Wissen bereit und oft ein Design von 2002.  Aber das nur am Rande.

Als ich mich vor xundumfzig Jahren selbstständig machte, habe ich als Forum den Texttreff entdeckt (ein großartiges Forum für schreibende Frauen) und da auch die wunderbare Christa Goede getroffen. Christa ist, wie ich, berufsbedingt viel im Internet unterwegs. Nach einem Facebookchat tauschten wir uns neulich kichernd über Forentypen aus und beschlossen, eine Zwillingsliste von Forentypen zu bauen: die eine Hälfte bei ihr, die andere Hälfte hier. Im Laufe der Jahre habe ich manchmal das Gefühl, es gibt sowieso nur wenige Menschen im Internet und sie setzen mitunter andere Perücken auf. Man trifft sie immer wieder.

Kennt ihr die?

(Ähnlichkeiten mit mir tatsächlich bekannten Personen sind möglich, aber nicht beabsichtigt und keinesfalls böse gemeint.)

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Die Tierfreunde
Engagieren sich zunächst vorgeblich für eine Sache bis sie offen sagen, dass Tiere doch immer noch ihre besten Freunde sind, nämlich viel treuer als Menschen. Posten ab dann nur noch Tierschutzbeiträge, Warnungen vor vergifteten Hundeködern und Vermittlungsgesuche von Straßentieren aus abseitigen Regionen der Welt. Wenn man sie dafür kritisiert, wird man beschimpft oder entfolgt. Leider kann man sich bei diesen Leuten nie sicher sein, ob sie politisch rechts oder links stehen – in der Regel sind sie nur tierradikal.

Die Nach-Wochen-einen-Schwall-Poster
Posten erst etwas, nachdem das Thema laaange durch ist. Dafür dann aber gleich seitenlang, weil sie vorher nicht dazu gekommen sind. Vergessen dabei keinesfalls, alle vorherigen Meinungen zu bestätigen, feiern aber ihre eigene als krönenden Abschluss und irgendwie doch neu und anders.

Die, die nicht meckern wollen
Das Posting beginnt mit der Anmerkung, man wolle nichts Böses, nicht meckern oder nichts schlecht reden. Nachdem das klar gestellt ist, beginnt der freie Lauf und alles wird klitzeklein auseinandergenommen, bekrittelt, beäugt. Kein Stein bleibt auf dem anderen bis auch ganz sicher klar ist: So geht es nun mal gar nicht. Zum Glück ist es nicht bös gemeint, kann aber demotivierend wirken.

Kleinkarierte Faktensammler
In den meisten Fällen männlich, tritt selten auch in der weiblichen Variante auf. Diese Person ist im Real Life unauffällig, vielleicht sogar als Loser oder Kauz abgestempelt. Dafür stellt sie im Internet wen dar, kennt die letzte Schraube eines Wankelmotors von 1956 und würde jetzt idealerweise kommentieren „Wankelmotoren hatten 1956 gar keine Schrauben, sondern waren durchweg genietet“.

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Substanzlose Wir-Typen:
Betonen gern den Wert der Gruppe und wie gern sie dabei sind, haben aber bei näherer Recherche noch überhaupt nichts beigesteuert, schon gar keine hilfreichen Tipps. Nach außen geben sie sich gern als große Macher und Initiatoren.

Die Polterer
Haben zwischendurch gerne mal einen Wutanfall, weil irgendwer nichts kapiert, was alle wissen sollen und weil sowieso nichts richtig läuft. Aber es hört ja auch niemand zu. Echt ey.

Die Zustimmer
Finden einfach alles toll, auch das Gegenteil. Versuchen mit aller Macht, Harmonie zu schaffen, vergessen dabei aber, eine eigene Meinung zu entwickeln oder gar kundzutun. Wenn man sie nach ihrer Meinung fragt, wiederholen sie das Vorhergesagte und dann klingelt es leider an der Haustür, darum können sie jetzt nicht weiterschreiben. Schade!

Die wandelnde Katastrophe
Ihr passiert einfach alles, jedesmal. Das Auto ist kaputt, der Schlüssel steckt drinnen in der Tür, was im Augenblick besonders schlecht ist, weil die Herdplatte angeschaltet ist. Und ja, sie wohnt im dritten Stock, das Handy ist heute morgen ins Klo gefallen und deswegen kann sie niemanden anrufen, sie postet jetzt vom Rechner des Kioskbesitzers, der sie als Geisel genommen hat. Gestern war etwas Ähnliches und die Woche davor auch. Krass.

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Die Superhelden
Sind quasi der Gegenpol zur wandelnden Katastrophe. Sie haben alles schon erlebt, sind mit allen Wassern gewaschen, nichts kann sie erschüttern. Typisch sind Satzanfänge wie „Als ich beim Vietcong war…“, „Damals, als der Verfassungsschutz die Tür aufbrach…“, „Bei meinem letzten Ironman…“.

Die Aufspringer
Posten häufig das eigene dramatische Ereignis über das dramatische Ereignis einer anderen Person. Kann je nach Konstellation lustig oder ermüdend werden. Treffen mehrere Superhelden oder wandelnde Katastrophen aufeinander, liest sich so ein Thread wie der Ratgeber „Besser Angeben für jedermann.“

Die Nixmerker
Lesen sich die Ausgangsnachricht und auch die Kommentare höchstens halb durch. Fassen gern alles falsch zusammen und äußern abschließend etwas komplett Unzusammenhängendes. Beliebt ist dabei auch die Bemerkung: „Ich hab da was gelesen… Aber ich weiß nicht mehr wo. Aber wenn ich das wiederfinde, sag ich dir Bescheid. Sonst google doch den Begriff einfach mal.“

 

Zu böse? Trotzdem Lust auf noch mehr Listentypen? Drüben bei Christa gibt es die andere Hälfte!

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22. Oktober 2015 von Britta Freith
Kategorien: Arbeitsalltag, Stilkritik, Webwelten | 3 Kommentare

Einseitige Gespräche (9)

Ich bin mal wieder U-Bahn gefahren und habe mitgeschrieben. Der einseitige Gesprächspartner am Telefon heute: zwischen 25 und 30, längere Locken, Mütze, Brille. Er führt zwei Gespräche, das erste, mit tiefer, cool verwischter Stimme, das zweite mit höherer, klarerer Stimme.

Hallo!

Hab mir eine Hand ein bisschen verletzt. Mir ist ein Kantholz draufgefallen. Angestaucht vielleicht.

Bin am überlegen, ob ich anrufe oder nicht. Mal sehen.

J. kommt, ne? Kann auch sein, dass ich um 16 Uhr muss. Das wäre ziemlich fatal.

Ja, mein Headset ist kaputt. Der eine Kopfhörer macht chrchrchr.

Das liegt an was Anderem. Jetzt hörst du mich besser wahrscheinlich.

Schön, geht eigentlich, um 2 war ich auch im Bett.

Ich bin müde, mir ist arschkalt und ich möcht nach Hause ins Bett. Aber ich muss gleich weiter arbeiten. Das ist alles eigentlich.

Ja, lief gestern nicht so so, war ich bei ihr.

Keine Ahnung, war wohl ganz nett irgendwie, aber…

Weiß nicht, er will sie nicht gehen lassen, dann wird ihr schlecht, wenn sie nach Hamburg fährt.

Das muss sie auch mal.

Ja, müssen wir.

Ja, machen wir. Tschüß!

++++

Moinmoin, hier ist…

Wollte sagen, dass ich ein Stück später da bin. Musste länger arbeiten.

Du kannst ja schon mal Hausaufgaben machen, nech?

Gutti, tschütschü!

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Weitere einseitige Gespräche gibt es hier.

15. Oktober 2015 von Britta Freith
Kategorien: In der U-Bahn | Schreibe einen Kommentar

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