Kein Vogel: das Lilienhähnchen

Wie ahnungslos war ich vor wenigen Tagen noch, als ich annahm, dieser Käfer sei nur hübsch und rot und flöge gleich weg. Den Nacktschnecken hatte ich Lilienhunger unterstellt, aber nicht diesem Gipfelstürmer. Aber es ist seine Schuld, ganz klar: Herr Rotpanzer heißt mit bürgerlichem Namen Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) und hat nichts besseres zu tun, als all meine Lilien abzunagen. Bis auf den Stamm! Vergangenes Jahr hatte ich noch viele verschiedene, dieses Jahr sind es nur noch zwei. Bis auf eine waren sogar alle Kaiserkronen verschwunden. Und das, obwohl sie so scheußlich stinken.

lilienhähnchen

Typisch für das sechsbeinige Hähnchen. Noch mehr als der erwachsene Blattkäfer nagen und mampfen allerdings seine Nachkommen. Die sind sogar besonders perfide, denn sie verstecken sich unter einem dicken Kackahaufen. Entschuldigung, ich muss das so drastisch sagen, weil es mich so ungemein empört. Diese Fressmonster nutzen ihre eigenen Ausscheidungen als Hülle und werden so für mögliche Fressfeinde wie Vögel unappetitlich. Wobei ich meine Zweifel habe, dass Vögel sie überhaupt finden würden, denn sie sind sehr gut versteckt an der Blattunterseite. Da habe ich sie auch entdeckt, als ich erstmal wusste, wonach ich gucken muss.

Eier des Lilienhähnchens
Bild: GNU Free Documentation License, wikimedia, Cumulus7

Dass ich überhaupt weiß, um wen es sich handelt, verdanke ich Lena MuttervonSchendel, die mich auf meiner Facebook-Seite beriet. Sie hat mir auch erklärt, dass ich die Käfer vorsichtig absammeln muss, damit sie nicht wegspringen. Ich konnte das noch nicht ausprobieren, denn ich habe nur Larven gefunden. Die habe ich von den Blättern gestrichen. Das reicht offenbar schon, denn sie kommen allein nicht wieder zurück auf ihren Wirt und dann war’s das mit der Lilienhähnchen-Vermehrung. Vorsichtshalber habe ich all meine Lilien gründlich mit einem Wasserstrahl von unten abgespritzt. Guten Flug auch!

Mehr zum Lilienhähnchen bei Wikipedia.

18. Juni 2014 von Britta Freith
Kategorien: Garten | Schreibe einen Kommentar

Erdbeersirup selbst gekocht

Ein Gartenbuch zu schreiben hat ja nicht nur den Vorteil, dass man schön herumkommt. Man bekommt auch so tolle Rezepte. Dieses hier ist von Marianne Tschumi aus dem Schweizer Jura, die ich doch tatsächlich davon überzeugen musste, dass sich auch andere dafür interessieren. Sie hat mir verraten, wie sie Erdbeersirup macht. Ich habe ihn dieses Jahr erstmals nachgekocht.

Erstmal braucht man Saft. Die Erdbeeren sollten noch gut sein, aber es ist nicht schlimm, wenn sie schon die ein oder andere Macke haben. Hauptsache, sie faulen nicht.

Erdbeeren

Um möglichst viel Saft zu gewinnen, habe ich die Erdbeeren durchgeschnitten. Dann kommt auf 1 kg Erdbeeren ein Liter Wasser.

Erdbeeren-in-Wasser

Aufkochen. Und zwar so lange, bis die Erdbeeren weiß werden. Das sieht fies aus, finde ich. (Übrigens finde ich auch, dass weiße Erdbeeren als Züchtung fies aussehen, wie vorzeitig gestorben. Aber bitte, wenn die jemand essen mag… Vermutlich hat man weniger Vogelfraß.)

Ich lege ein Sieb mit einem Mulltuch aus und gebe Erdbeeren und Wasser hindurch. Ohne zu drücken abtropfen lassen. Wenn man drückt, wird der Sirup trüb. (Weil ich zwischendurch Besuch hatte, tropften meine Beeren etwa eine Stunde.)

Der Tropfrest sieht so aus – uaks!

Erdbeerpulp

Nun pro kg/l Ausgangsmischung 1 kg Zucker zum Erdbeersaft geben. Unter Rühren aufkochen. Noch heiß in Flaschen füllen.

Die Flaschen für den Sirup habe ich vorsichtshalber in einen Topf mit warmem Wasser gestellt. Erstmal springen sie dann nicht so leicht. Außerdem hat es den Vorteil, dass überlaufender, klebriger Sirup ins Wasser und nicht auf die Arbeitsplatte tropft. Ein Trichter ist jetzt sehr praktisch.

Erdbeertrichter

Vorher hatte ich schon alle kleinen und kleinsten Gläser im Haus zusammengesammelt. So ein Erdbeersirup eignet sich ja prima zum Verschenken, da fülle ich lieber gleich klein ab. Dumm nur, dass nicht von allen kleinen Gläsern die Etiketten abgehen – aber egal, die behalte ich dann selber.

Erdbeersirup

Die Flaschen, die ich verschenke, bekommen übrigens schönere Korken und nicht selbst zurechtgeschnitzte. Außerdem verschließe ich sie noch extra mit Siegellack. Wobei ich Schraubverschlüsse am praktischsten finde.

Ach ja, die Verwendung: In Mixgetränken, in Prosecco, Sekt und anderen alkoholischen Sprudeleien, in Mineralwasser natürlich, auf Eis oder Pudding… euch fällt schon was ein :)

17. Juni 2014 von Britta Freith
Kategorien: Gartenbuch, Rezept | 2 Kommentare

Einseitige Gespräche (3)

Ich fahre zur Zeit vermehrt U-Bahn. Dass ich nicht allein fahre, merke ich daran, dass um mich herum Menschen haltlos in ihre mobilen Geräte brüllen. (“Du, wart mal kurz, ich stöpsle mal die Kopfhörer ein.”) Naja, scheint ja nicht so privat zu sein, wenn die das öffentlich besprechen. Also schreibe ich ab sofort mit, wenn ich derweil nicht arbeiten kann. Denn das mache ich sonst gerne in der U-Bahn: Stillarbeit.

Die Protagonistinnen heute:
Frau in den Vierzigern. Gesamte Erscheinung (auch die Stimme) verwaschen.
Ältere Frau, deutlich über 70. Akkurat gekleidet, forsche, deutliche Stimme. Artikuliert angenehm.

Wechsel zwischen den Sprecherinnen je nach Absatz.

Jo.

Heute ist Staffellauf und er hat keine Jacke mit.

Hallo. Jahha.

Das ist ja jetzt doof, das haben wir in der Gruppe so überlegt.

Ja, ich soll am ZOB zusteigen. Ich bin bestellt für den Zentralen Omnibusbahnhof. Da bin ich bestellt, da steige ich zu Ihnen.

Mh. Er hat auch den Müllwagen noch gesehen, er war schon ganz früh draußen

Ja, das hätten sie mal Herrn X sagen sollen. Ich hätte auch zum Flughafen kommen können. Ich habe noch gefragt, wo ich zusteigen soll, da sagte er: „Such dir was aus.“ Da habe ich gesagt, das ist mir egal. Dann meinte er, am ZOB.

Er war ganz… Er hat nur oben ein bisschen aufgeräumt. Das sah so ein bisschen wild aus

Da hat er irgendwie gepennt, der Einsatzleiter. Manchmal wird das nicht richtig weitergegeben. Das kann gut sein, das kann sehr gut sein.

Würde ich Bescheid sagen.

Ich weiß überhaupt nichts, ich weiß nicht mal, mit wem ich gestern unterwegs war. Jeden Tag eine andere Firma…

Ja, ich muss dann noch zum HVV irgendwie.

Na gut, gleich also am ZOB, wir sehen uns da. Tschühüß!

Ja, bis später, tschüß

13. Juni 2014 von Britta Freith
Kategorien: In der U-Bahn | Schreibe einen Kommentar

Nach dem Sommerregen

Dieses Jahr ist die Natur 3-4 Wochen früher dran. Also haben wir jetzt schon Sommerregen. (Und Gewitter.)

Fotos aus meinem Garten.

 

Clematis

Dahlie

Fingerhut-Geissbart

Funkie

Iris

Zigelstein

Rose-rosa

09. Juni 2014 von Britta Freith
Kategorien: Garten | Schreibe einen Kommentar

Habt ihr einen Buchtipp?

Hier steht zwar einiges rum, aber ich hätte gern etwas Packendes, das sich gut wegliest, aber dennoch anspruchsvoll ist. Mit der dicken Biografie von Sylvia Plath komme ich nicht wirklich weiter, Biografien sind aber auch selten meins. (Diese ist dabei noch spannend – aber ich hätte lieber einen Roman.)

Ich freue mich also über eure Tipps.

Mein derzeitiger Leselistenstand ist hier.

18. Mai 2014 von Britta Freith
Kategorien: Arbeitsalltag | 3 Kommentare

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