Kopenhagen: auf dem Friedhof

Drei volle Tage Kopenhagen! Genug, um einiges zu sehen, viel zu wenig, um alles zu erfassen. “Treiben lassen” heißt die Devise des ersten Tages: ein bisschen Stadtplan, ein bisschen Nase, ziemlich viel auf der Suche nach Dächern. Denn bei maximal 10 Grad schüttet es zwischendurch wie aus Eimern und wir sind ständig total durchgefroren – und das Mitte Mai! Weil wir selbst aus dem Norden sind, tun wir einfach so, als wären wir nicht lieber in Florenz.

Stattdessen machen wir etwas sehr Deutsches: Wir suchen einen alten Friedhof, auf dem berühmte Persönlichkeiten liegen. Unterwegs treffen wir niemanden außer andere Deutsche, die ebenfalls das Eingangstor des Assistens Kirkegård suchen. Wir geben uns nicht als Deutsche und Friedhofssucher zu erkennen, sondern stellen lieber still fest, dass wir offensichtlich einer nationalen, vielleicht etwas peinlichen Eigenheit frönen.

Der Friedhof allerdings ist sehr hübsch, der Ausflug lohnt sich. Nicht nur auf diesem Kopenhagener Friedhof kann man eine Führung machen, die aktuellen Termine gibt es hier.

Allee
Offenbar ein beliebter Spazierweg: Die Allee über den Friedhof.

Ansprechende Landschaftsarchitektur auf dem Assistens Kirkegård.

Grab von Hans Christian Andersen
So oft fotografiert, dass der Grabstein schon abpellen müsste: Aber wenn man schon auf DEM Friedhof in Kopenhagen ist, muss man das Grab Hans Christian Andersens natürlich zeigen.

Tür, rostig.
Charmanter Verfall.

Noch ein Deutscher neben uns auf dem dänischen Friedhof, allerdings schon seit einiger Zeit verblichen, dafür mit gräflichem Grab: Gottfried Wilhelm Christian Graf von Schmettau.

Baum, abgestorben.
Todholz oder Zierholz? Jedenfalls durchaus dekorativ.

Bärlauch
Während in Deutschland düstere, tragische, immergrüne und praktische Gewächse auf Friedhöfen bevorzugt werden, liebt man es in Dänemark offenbar viel weltlicher. Bärlauch als Grabzierde war mir neu.

Grabstein, Apfelbaum.
Friedhofsleichtigkeit unter alten, reichblühenden Apfelbäumen.