• Texten • Erklären • Konzipieren

Text

Das liest doch niemand! Die Caption kannst du dir sparen.
Ja? Ich würd’s nicht tun.

Text kann auf den Punkt erklären. Genau, präzise. Er kann anlocken, Geschichten erzählen. Er kann so sprechen wie du oder jemand ganz anders. Ein neuer Text ist mehr als nur eine Reihe von Buchstaben und Wörtern. In Text liegt eine Idee, eine Seele, ein Wunsch, eine Botschaft.

Das mit der Seele im Text klingt dir zu esoterisch? Dir reichen Wörter, du brauchst keine Worte? Falls du jetzt „Hä?“ sagst, bleib unbedingt dran. Du könntest noch ein bisschen mehr über Text lernen.
Wenn du das Wort zu Wörtern vermehrst, müssen die nicht zusammengehören. Mit Glück entsteht etwas Sinnvolles, viel wahrscheinlicher entsteht nichts Lesbares. Doch reihst du mehr als ein Wort zu Worten aneinander, bekommt alles einen Zusammenhang. Wenigstens, wenn du es mit einem Plan machst. Das nennt man dann einen Text mit Konzept.

Hast du schon einmal versucht, ohne ein Wort zu sprechen? Jemandem etwas zuzurufen? Wenn du eine Geschichte erzählen möchtest, brauchst du Text. Auch für eine kurze Info. Es hilft nichts.
Bestimmt kennst du Leute, denen alle immer zuhören. Die haben die besten Texte. (Oder sie können Musik machen, aber das ist ein anderes Genre!)

Text sollte von Anfang an auf dem Plan stehen. Bei einer Rede. Bei einer Ausstellung. In einem Drehbuch. Auf einem Storyboard. Der Audioguide braucht Text und das Erklärvideo braucht ihn auch. Gar nicht zu reden vom Buch – selbst Comics brauchen Text.

Und da wir schon bei Bildern sind: eingeordnet lassen sie sich besser verstehen. Das gilt für Kunstwerke genauso wie für historische Fotos. Für sie gibt es einen Ausstellungstext, eine Bildunterschrift, eine fachliche Einordnung. Nicht zu vergessen die hohe Kunst eines schönen ALT-Texts. Oder sollen deine Inhalte im Internet nicht gefunden werden?
Ein Text wird übrigens nicht immer in Buchstaben gezeigt. Nicht jeder Text ist zum Lesen gedacht. Es gibt Hörtexte, Sprechtexte, Texte für Reden. Manche Texte schlüpfen heimlich ins Ohr, während du dir ein Bild anguckst oder dich auf einen Film konzentrierst. Andere Texte konsumierst du ganz bewusst, während du in der Bahn sitzt oder im Kochtopf rührst. Ich kenne eine Bäuerin, die hört Podcasts beim Verpacken von Kräutertee. Bei einem Podcast reden Menschen sehr viel und benutzen: Text!

Texte zum Hören sind für einige eine gute Einschlafhilfe. Nicht gut, wenn es Texte für Tutorials oder Lernfilme geht. Und gar nicht gut, wenn die Texte begeistern sollen. Dann sind sie besser spannend, reißen mit, haben Cliffhanger, machen neugierig. Nichts ist schlimmer als langweilige Erklärungen. Wir alle kennen wohl gute und schlechte Schulstunden. Ich sage dir: Auch hier hängt die Qualität an Konzept und Text.