Hauswurz: der Immer(über)lebende

Katrin fragt, welche Pflanze ich am liebsten mag. Tja… das kann ich gar nicht endgültig beantworten! Es kommt auf die Situation und die Aufgabe an. Grundsätzlich mag ich blaue Blüten gerne und Pflanzen, die duften. Also mag ich tibetischen Mohn genau so wie blaues Hechtkraut oder Rittersporn. Ich liebe Zitronen- und Rosengeranien, mag Duftrosen, Verbenen und Ehrenpreis – beide ebenfalls blau! Kräuter duften und sind lecker – Salat duftet nicht, aber ich liebe ihn doch.

Dennoch habe ich mich für eine Pflanze entschieden, die ich einfach bemerkenswert finde, weil sie so genügsam wie nützlich ist: Der Hauswurz. Diesen hier habe ich auf der Recherchereise für mein Nutzgarten-Buch aufgenommen: Er thront auf einem Gartenzaun in der Lüneburger Heide.

Hauswurz oder auch Sempervivum (lebt immer) kommt mit widrigsten Bedingungen und wenig Erde zurecht. Hauptsache, er kann sich irgendwo festkrallen. Die dickfleischigen Blattrosetten schützen auf Dächern tatsächlich vor den Folgen eines Blitzeinschlages – vorausgesetzt, sie stehen dicht an dicht. Dann leiten sie, wasserhaltig wie sie sind, die Spannung ab. Das haben Wissenschaftler vor einigen Jahren bestätigt. Karl der Große lag also nicht falsch, wenn er die Pflanze auf jedes Hausdach befahl.

In der Heilkunde ist der Saft des Hauswurzes, den es übrigens in über 200 Arten gibt, als wundheilend bekannt. Man benutzt ihn zum Beispiel bei Verbrennungen und er wirkt bei offenen Wunden zusammenziehend. Das hat er mit Aloe vera gemeinsam, obwohl die beiden nicht verwandt sind.

Ich finde es besonders erstaunlich, wenn Hauswurz anfängt zu blühen. Die Rosette ist ja nicht sonderlich ansehnlich, aber wenn dann die Blüte kommt: alle Achtung!

Bis zum 31.8. läuft die Blogparade noch – Teilnahmebedingungen hier – ich bin auf weitere Lieblingspflanzen gespannt!