Effektiv bleiben – egal was

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Direkt neben meinem Schreibtisch hängt eine schlichte Jahresübersicht mit vielen bunten Strichen, Ausrufezeichen und Kreuzen. Jeder Auftraggeber hat seine eigene Farbe, jede Deadline ihre eigene Markierung. Zusätzlich trage ich in meinem mobilen Kalender je nach Projektlänge einige Tage oder Wochen vor Abgabe eine Warnung ein. So nach dem Motto: Spätestens jetzt solltest du alles zusammen haben und anfangen zu produzieren/schreiben. Idealer Weise reicht ein Blick auf meinen Wandkalender und ich weiß: Hier geht noch was, hier geht nichts mehr.

Schwierig wird es, wenn in einer Nichts-geht-mehr-Phase plötzlich ein potentieller Lieblingskunde dazu kommt. Jemand, mit dem man sehr gerne zusammenarbeiten möchte. Eine typische “Das ist deine Chance!”-Situation eben. Bei der man nicht so einfach sagen kann: “Wissen Sie, rufen Sie doch mal in vier Monaten wieder an…”

Vielleicht könnte man sowas sogar sagen, aber ich bin definitiv nicht cool genug dazu, das auszuprobieren. Ideal wäre es natürlich, immer 10-20 Prozent der Arbeitszeit für Eventualitäten freizuhalten – aber dazu reicht es in meiner Zeit- und Budgetplanung schlicht nicht. Es ist allerdings ein großes Ziel von mir! (Und ich bin mir sicher dass hier einige mit hochgezogenen Augenbrauen nickend mitlesen und sagen: “Und du solltest das ab morgen tun!”) Wenn man seinen Stundensatz kalkuliert, sollte man das jedenfalls in die Berechnungen einbeziehen.

Aber manchmal kommt eben alles anders, so dass es gut ist, wenn man noch die ein oder andere Reißleine in petto hat, mit der man ein paar Zeitschinder aufspannen kann. Bei mir gehört dazu zum Beispiel

– feste Telefonzeiten einzuführen
– E-Mails nur alle 2/3/4 Stunden abzurufen und im Block zu beantworten
– feste Pausenzeiten festzulegen (nur wer erholt ist, arbeitet auch effektiv)
– am Vorabend einen Stundenplan für den folgenden Tag zu erstellen (dann entdecke ich, wenn ich früher fertig bin und Puffer habe)

Einen sehr viel umfangreicheren und schönen Beitrag zu diesem Thema gibt’s gerade auf Freelanceswitch. Mit der Kernfrage: Was ist wirklich wesentlich?!